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Schneider-Ammann: Müssen stagnierende Löhne hinnehmen

Bundesrat Johann Schneider-Ammann sieht in der Zuwanderung Vorteile für die Schweiz. (Bild: Keystone)

Die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte beflügelt die Schweizer Wirtschaft. Davon ist Bundesrat Johann Schneider-Ammann überzeugt. In einem Interview lässt sich der FDP-Politiker aber auch zu eine

Veröffentlicht am 30.09.2012

Bundesrat Johann Schneider-Ammann provoziert: Im Interview mit dem «Sonntagsblick» sagt der Volkswirtschaftsminister, dass wir stagnierende Löhne akzeptieren müssten. «Entscheidend ist, dass die Kaufkraft gleich bleibt. Gehen die Preise zurück, kann sich niemand über einen stagnierenden Lohn beschweren».

Der FDP-Politiker äussert sich ebenfalls dazu, dass gesamtschweizerisch der Anteil der ausländischen Arbeitskräfte auf 28,5 Prozent gestiegen sei. «Ich unterscheide nicht zwischen Schweizern und Ausländern», sagt Schneider-Ammann dazu. Und weiter: «Derzeit haben wir kaum Arbeitslosigkeit. Es ist unerheblich, ob jemand in der Schweiz oder im Ausland ausgebildet worden ist. Hauptsache er ist gut.»

In diesem Zusammenhang erwähnt der Magistrat, dass die ausländischen Arbeitskräfte die Schweiz beflügeln würden. «Dadurch entsteht ein Wettbewerb zwischen auswärts und hier Ausgebildeten. Wettbewerb befördert! Es hilft uns allen, uns zu bewegen. Das bringt das Land weiter.»

Schneider-Ammann erwartet von Landwirtschaft mehr Wettbewerb

Er glaube darüber hinaus nicht, dass der Wettbewerb auf die Löhne drücke. «Wer in den Markt geht und sein «Füdli lupft», verdient einen rechten Lohn. Einfach nur auf Kunden zu warten, können wir uns nicht leisten», sagt Schneider-Ammann.

Der Volkswirtschaftsminister spricht im Interview mit dem «Sonntagsblick» aber nicht nur über die Zuwanderung, sondern auch über die Landwirtschaft - und von dieser erwartet er noch mehr Wettbewerb. «Die Landwirtschaft wird besser, wenn sie wettbewerbsfähiger wird. Die Grenzen werden sich weiter öffnen. Konsumenten sind nicht nur qualitäts-, sondern preisbewusst. Finden sie ein Produkt hier nicht, suchen sie es im Ausland,» sagt Schneider-Ammann.

Franken-Untergrenze unabdingbar

Die Landwirtschaft könne durchaus die Qualität steigern: «Den Landwirten hilft man am besten, wenn man ihnen zeigt, wie sie wettbewerbsfähiger werden. Wie erhöht man die Wettbewerbsfähig? Vor allem durch höhere Qualität», sagt Schneider-Ammann: «Die Landwirtschaft arbeitet hochwertig. Aber diese Reise ist nie zu Ende. Man muss sich weiter verbessern.»

Derweil bricht Schneider-Ammann einmal mehr eine Lanze für die Franken-Untergrenze. «Der Schweizer Franken ist nach wie vor überbewertet, vielleicht nicht mehr so stark wie im Sommer 2011.» Schweizer Firmen hätten das letzte Jahr zwar genutzt, um innovativer und effizienter zu werden. Sie seien somit besser vorbereitet, sollte das Auffangnetz des Mindestkurses wegfallen. «Es braucht die Untergrenze jedoch noch immer – ohne Wenn und Aber», sagt Schneider-Ammann.

(muv)

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