Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat am Freitagabend den französischen Agrarminister Stéphane Le Foll getroffen. Vor der Eröffnung der internationalen Landwirtschaftsmesse am Samstag sprachen die beiden Minister über den Pferdefleischskandal und anstehende Reformen.

Beide Politiker unterstrichen dabei die Wichtigkeit einer nachhaltigen Reform ihrer Landwirtschaftspolitiken. Das landwirtschaftliche Modell solle so gestärkt werden, dass Qualität, Ernährungssicherheit und agrarökologische Aspekte gleichermassen berücksichtigt würden, teilte das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) mit.

Die anstehenden Reformen in der EU wie auch in der Schweiz verfolgten übereinstimmende Ziele. Beide Minister bekräftigten zudem ihr Engagement für einen Schutz der geografischen Angaben für landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel.

Auch der Pferdefleischskandal wurde diskutiert. Schneider-Ammann habe dabei betont, dass die endgültigen Untersuchungsergebnisse abgewartet werden sollten, bevor Schlussfolgerungen gezogen würden, sagte WBF-Sprecher Erik Reumann auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Der Wirtschaftsminister bezeichne die Vorfälle der vergangenen Zeit aber als «inakzeptabel».

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Nachhaltige und effiziente Landwirtschaft

Darüber hinaus waren sich die beiden Politiker einig, dass der Einsatz und die Koordination in internationalen Foren in Bezug auf nachhaltige Landwirtschaft und Ressourceneffizienz gestärkt werden soll.

Schneider-Ammann und Le Foll sprachen laut WBF ebenfalls über die aktuellen Dossiers zur Marktöffnung und zu den Aussichten der WTO-Ministerkonferenz im kommenden Dezember in Bali.

Schneider-Ammann eröffnet Schweizer Messestand

Das Ministertreffen fand am 50. «Salon international de l'agriculture» statt, an einer der weltweit grössten und wichtigsten Landwirtschaftsmessen. Im Beisein von zahlreichen Schweizer Politik- und Branchenvertretern eröffnete Bundesrat Schneider-Ammann nach dem Treffen den Schweizer Stand am Salon.

Anschliessend debattierten Seminarteilnehmende mit Vertretern der Käse- und Fleischbranche aktuelle Absatzstrategien, die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren in Frankreich sowie «anstehende Herausforderungen». Laut WBF zeigte sich, dass eine starke Qualitätsstrategie und eine glaubwürdige Swissness in der Vermarktung von Schweizer Agrarprodukten eine zentrale Rolle spielen.

(chb/sda)