Bei einem Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara sind nach jüngsten Angaben der Behörden mindestens 28 Menschen getötet worden. 61 weitere wurden bei dem Attentat im Zentrum der türkischen Hauptstadt verletzt, wie Ankaras Gouverneur Mehmet Kiliclar am Mittwochabend mitteilte.

Neben einem Konvoi von Armeebussen war eine Autobombe explodiert, woraufhin ein Feuer ausbrach. Laut dem Sender NTV ereignete sich die Explosion nahe einem Wohngebiet für ranghohe Militärs. Zahlreiche Sanitäter und Feuerwehrleute waren im Einsatz.

PKK unter Verdacht

Über dem Anschlagsort, der nahe dem Sitz des Generalstabs und des Parlaments liegt, stieg dichter Rauch auf. Die Detonation war in weiten Teilen der Stadt zu hören.  Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. In türkischen Sicherheitskreisen hiess es allerdings, es gebe erste Anzeichen, das Extremisten der in der Türkei verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK hinter der Tat steckten.

Im Juli war ein Waffenstillstand zwischen der türkischen Regierung und der PKK gescheitert. In dem seit 1984 anhaltenden Konflikt sind mehr als 40'000 Menschen getötet worden. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte seine Reise zum EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel ab, wo die Flüchtlingskrise eines der Hauptthemen sein dürfte.

In Ankara waren im vergangenen Jahr bei einem Bombenanschlag mehr als 100 Menschen getötet worden. Für die Tat wird die Extremistenmiliz IS verantwortlich gemacht.

(reuters/mbü)