Die Rega hat am Dienstag bei der Zürcher Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Sie reagierte damit auf den in der französischen Zeitung «Dauphiné Libéré» geäusserten Verdacht, Michael Schumachers Krankenakte sei in einer «wichtigen Helikopterfima» mit Sitz in Zürich gestohlen worden.

Die Rega wolle mit der Strafanzeige «umfassende Klarheit in dieser Angelegenheit» schaffen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Rega liege jedoch kein Hinweis auf ein fehlbares Verhalten von Mitarbeitenden vor.

Rega hat Schumis Transport organisiert

Sie gehe derzeit davon aus, dass keine Patientenrechte verletzt und das Arztgeheimnis gewahrt wurden. Auch habe sie keine Kenntnis von laufenden Ermittlungen oder Verfahren.

Bereits am Montag hatte die Rega bekannt gegeben, dass sie für die Verlegung des Patienten von Grenoble nach Lausanne medizinische Abklärungen getroffen und den Transport per Ambulanz organisiert habe. Im Rahmen dieser Abklärungen hatte das Spital in Grenoble der Rega den medizinischen Bericht zur Verfügung gestellt.

Anzeige

Zürcher Staatsanwaltschaft noch nicht involviert

Bei der Zürcher Staatsanwaltschaft wusste man bis Dienstagnachmittag nichts über den «Fall Schumacher». Ein Rechtshilfegesuch aus Frankreich sei nicht eingetroffen, hiess es auf Anfrage.

Der medizinische Bericht enthält Angaben zur Behandlung des ehemaligen Autorennfahrers in der Uniklinik Grenoble. Bestimmt war er für das Unispital CHUV in Lausanne, in das Schumacher im Juni zur Reha verlegt wurde.

Dieser Bericht wurde Journalisten zum Kauf angeboten. Das Angebot wurde von einem Computer eines Helikopter-Unternehmens aus gemacht. Als IP-Adresse ermittelte die Staatsanwaltschaft Grenoble ein Helikopter-Unternehmen in der Schweiz.

(sda/dbe/sim)