Markus Somm, Chefredaktor und Verleger der Basler Zeitung (BaZ) sowie ehemaliger Kandidat für die Spillmann-Nachfolge bei der «Neuen Zürcher Zeitung», hat sich in einem umfassenden Kommentar zu seiner Person, seiner Ideologie und der Schweizer Politlandschaft geäussert.

Er schiesst gegen die FDP und prognostiziert deren Untergang, wenn sich die Liberalen nicht getrauen, den SVP-Schulterschluss zu machen. «Dass es je so weit kommen konnte, dass ein bürgerliches Land von einer eher linken Regierung verwaltet wird, hat mit dem (...) Zerfall des bürgerlichen Lagers zu tun», schreibt Somm.

Die «Entfremdung» zwischen der FDP und der SVP sei ein Unglück für die Schweiz. Die FDP sei «zerrieben zwischen Linksfreisinn und der SVP, ratlos und ängstlich, schlecht gelaunt oder verzweifelt». Die Wirtschaftsfreisinnigen hätten sich zu lange darum gekümmert, ja nicht als nationalkonservativ oder als SVP-nah verschrien zu werden.

Europapolitik als Keil

Keil für den Parteigraben im bürgerlichen Lage sei die Europa-Frage. «Wer in der zentralen Frage der Schweizer Politik, der Frage, wie unser Land sich gegenüber der Europäischen Union verhalten soll, die Meinung der SVP und vor allem ihres informellen Chefs Christoph Blocher teilt, gerät unter Verdacht, kein echter Freisinniger zu sein», schreibt der BaZ-Chefredaktor und führt aus: «Es darf nicht sein, dass man als Freisinniger dezidiert die Haltung vertritt, dass ein Beitritt der Schweiz zur EU nicht im Interesse unseres Landes und seiner Bürger liegt. Wer es dennoch tut, tut es auf eigene Gefahr.»

Zuletzt bilanziert Somm, dass es an der Zeit sei, «dass die Freisinnigen sich wieder trauen, Dinge zu vertreten – obwohl die SVP der gleichen Meinung ist.» Denn viele Freisinnige bemühten sich fast schon obsessiv darum, sich von der SVP zu distanzieren. Dabei, schreibt der Blocher-Biograph, realisierten sie oft nicht, wie sie sich vom eigenen Gedankengut distanzierten. «Das freut nur die Linke. Seither herrscht sie in Bern», lautet die Schlussfolgerung.

(ise)