Von allen Seiten hagelt es Kritik. Für Alice Schwarzer ist seit ihrer Steuer-Beichte nichts mehr wie vorher. In Talkshows hat die Frauenrechtlerin und Gründerin der Frauenzeitschrift «Emma» des Öfteren die moralische Instanz markiert und den Zeigfinger mahnend in die Kameras gestreckt. Nun hat sich das Blatt gewendet.

Schwarzer hat seit Jahrzehnten auf einem Schweizer Bankkonto Geld gebunkert und so am deutschen Fiskus vorbeigeschleust. Für die Summe zahlte sie demnach all die Jahre keine Steuern. Bevor Schwarzer sich in der Öffentlichkeit als Steuersünderin bekannte, zeigte sie sich bei ihrem Finanzamt an. Für die vergangenen zehn Jahre zahlte sie rund 200'000 Euro an Steuern nach. Sie bleibt daher straffrei.

Stiftung für Chancengleichheit

Laut Schwarzer sei der Fall bei der Steuerbehörde erledigt. Für die Öffentlichkeit ist das Thema «Steuersünderin Schwarzer» jedoch noch lange nicht vom Tisch. Den «Shitstom», der nun über sie prasselt, empfindet sie als «Denunzierung».

Nun will sich Schwarzer so schnell wie möglich rehabilitieren und ihren Ruf aufpolieren. Der erste Schritt dazu folgt sogleich. Denn auf der Internetseite von «Emma» lässt sie verlauten, dass sie eine gemeinnützige Stiftung gründe. Diese soll sich für Chancengleichheit und Menschrechte von Mädchen und Frauen einsetzen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte habe sich Schwarzer entschlossen, «mit der Ankündigung der Stiftung nun mehrere Monate früher als geplant an die Öffentlichkeit zu gehen», steht auf der Internetseite der Frauenzeitschrift.

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Eine Million Startkapital

Schwarzer habe selber eine Million Euro Startkapital in die Stiftung eingeworfen. Zudem soll die Organisation jährlich alimentiert werden. Schwarzer bringe als Verlegerin von «Emma» den Verlag des Magazins in die Stiftung ein. Die künftigen Gewinne von «Emma» sollen zum laufenden Betrieb der Stiftung beitragen.

Wie eine Sprecherin von Schwarzer «Spiegel online» mitteilte, soll die Stiftung im Herbst 2014 starten. Die Organisation habe bis jetzt noch keinen Namen. Ebenso gebe es noch keine konkreten Förderprojekte.