Ein Teil der Flüchtlinge, die Schweden aufgenommen hat, soll auf andere EU-Staaten verteilt werden. Das Land hat beantragt, dazu den Umsiedlungsmechanismus der EU, der eigentlich für Italien und Griechenland gedacht war, nutzen zu können.

«Wir verstehen das vollkommen und bereiten entsprechende Vorschläge vor», sagte EU-Flüchtlingskommmissar Dimitris Avramopoulos bei einem Besuch in der schwedischen Hauptstadt.

Von Umsiedlungen ausgenommen

Gegen erheblichen Widerstand mehrerer östlicher Mitglieder hat die EU die Umsiedlung von Flüchtlingen beschlossen. Eigentlich war dies zur Entlastung von Italien und Griechenland gedacht, den Ländern, in denen die meisten Flüchtlinge zuerst EU-Territorium betreten. Schweden hat im Rahmen des Programms 19 Eritreer aufgenommen.

Doch nun könnten bald Flüchtlinge aus Schweden in anderen EU-Ländern gebracht werden, das Land werde jedenfalls von den weiteren Umsiedlungen aus Griechenland und Italien «ausgenommen», sagte Kommissar Avramopoulos.

Schweden am Limit

Schweden hat in diesem Jahr bereits 150'000 Flüchtlinge aufgenommen. Das Land gilt als eines der grosszügigsten, wenn es um das Asylrecht geht. Der aktuelle Menschenstrom bringt Schweden aber an Grenzen. Die Skandinavier kündigte vor einer Woche an, ihre Asylgesetze zu verschärfen

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(sda/ise/chb)