Nach der Verschärfung der Sanktionen von USA und Europäischer Union gegen Russland als Reaktion auf die Ukraine-Krise verschärft auch die Schweiz ihre Massnahmen. Sie verbietet Finanzgesellschaften, mit weiteren 26 Personen und 18 Unternehmen neue Geschäftsbeziehungen einzugehen. Das teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mit. Von der Massnahme sind vor allem Russen betroffen. Die Massnahmen treten am Dienstag um 18 Uhr in Kraft.

Der Bundesrat hat die Sanktionen der EU wegen der Krise in der Ukraine nicht übernommen, will aber deren Umgehung verhindern und erliess deshalb am 2. April eine Verordnung über «Massnahmen zur Vermeidung der Umgehung internationaler Sanktionen». Wirtschaftsminister Johann Schneider-Amman hatte die Ausweitung der Massnahmen bereits am Sonntag in einem Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag» angekündigt.

Kritik aus Deutschland

Eine Übernahme der EU-Sanktionen lehnt Schneider-Amman zurzeit ab, wie er im Interview sagte. Die Schweiz wolle in der Ukraine-Krise weiterhin ihre Vermittlerdienste anbieten und deshalb keine Partei ergreifen.

In Deutschland wurde die Haltung der Schweiz daraufhin kritisiert. «Da die Schweiz in hohem Masse von der EU profitiert, wäre es ein Zeichen der Solidarität, wenn sie sich nun auch den EU-Sanktionen gegen Russland anschliessen würde», sagte Michael Fuchs, der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der Nachrichtenagentur Reuters.

(sda/reuters/me/vst)