Der Bund setzt sich ein hohes Ziel. Er will gerechte und faire Lösungen in Raubkunstfällen ermöglichen. Ein Schritt dazu ist ein neues Internetportal des Bundesamtes für Kultur, das Museen und Kunstbesitzern hilft, Raubkunst zu erkennen. Seit vergangenen Freitag ist es aufgeschaltet. Der Fokus liegt dabei auf Werke, welche von den Nationalsozialisten gestohlen wurden und seitdem den Weg in die Schweiz fanden. «Damit bekräftigt die Schweiz, dass sie der Aufarbeitung der NS-Raubkunstproblematik eine grosse Bedeutung zumisst», so das Bundesamt für Kultur in einer Mitteilung.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg kauften viele Schweizer Museen, Kunsthändler und Sammler während der Nazizeit Kunstwerke bei den «Juden-Auktionen», wo Raubgut versteigert wurde. Von diesen Werken sei auch heute noch viel in Schweizer Sammlungen, sagte der Raubkunst-Experte Thomas Buomberger zu Bloomberg. Von den Museen und Sammlern in der Schweiz hätten nur wenige ausführlich abgeklärt, woher die bei ihnen ausgestellte Kunst stammt, so Buomberger weiter.

Konkrete Hilfeleistungen

Das Bundesamt für Kultur will mit dem Portal einen Beitrag leisten, zur Umsetzung der Richtlinien der Washingtoner Konferenz von 1998 in Bezug auf von den Nazis geraubte Kunst. Konkret wird Kunstbesitzern auf dem Portal zum Beispiel eine Link-Sammlung oder eine Checkliste zum erkennen geraubter Kunst geboten.

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(jev/se)