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Schweiz liefert den USA weiteren Fifa-Funktionär

Napout: Er sitzt jetzt in einer US-Zelle. Keystone

Ein weiterer Fifa-Funktionär ist in den USA hinter Gitter: Die Schweiz hat Juan Angel Napout ausgeliefert. Der Paraguayer war bei der Zürcher Razzia im Dezember festgenommen worden.

Veröffentlicht am 15.12.2015

Die Schweiz hat am Dienstag einen inhaftierten FIFA-Funktionär an die USA ausgeliefert. Zwei Polizisten holten Juan Angel Napout in Zürich ab und flogen mit ihm nach New York. Der Ausgelieferte war der Präsident des Südamerikanischen Fussballverbandes.

Dazu amtierte er als FIFA-Vizepräsident. Er war am 3. Dezember zusammen mit einem weiteren Vizepräsidenten im Hotel Baur au Lac in Zürich festgenommen worden. Die Schweizer Behörden handelten auf ein Verhaftungsersuchen der USA hin, wie das Bundesamt für Justiz (BJ) am Abend mitteilte.

Napout willigte ein

Napout erklärte sich mit der Auslieferung einverstanden, worauf das Bundesamt in einem vereinfachten Verfahren seine Übergabe an US-Behörden unverzüglich bewilligte. Der Paraguayaner Napout wird verdächtigt, Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen zu haben. Mit dem gleichzeitig mit ihm verhafteten Alfredo Hawit aus Honduras sassen gleich zwei von sieben FIFA-Vizepräsidenten in der Schweiz hinter Gittern. Mit Michel Platini ist ein weiterer Vizepräsident suspendiert, dasselbe gilt für Präsident Josef Blatter.

Napout und Hawit waren noch nicht lange Vizepräsidenten; ihre Vorgänger waren bereits Ende Mai zusammen mit fünf weiteren FIFA-Funktionären in Zürich verhaftet worden. Die beiden waren Anfang Dezember angereist, um an einem FIFA-Treffen zu Reformvorschlägen teilzunehmen.

Costaricaner zog Beschwerde zurück

Im weiteren gab das BJ bekannt, Eduardo Li habe seine Beschwerde gegen eine Auslieferung an die USA beim Bundesstrafgericht zurückgezogen. Li ist der ehemalige Präsident des costaricanischen Fussballverbandes. Er wurde am 27. Mai in Zürich festgenommen, ebenfalls auf Betreiben der USA.

Ende September verfügte das BJ seine Auslieferung, was Li mit der nun zurückgezogenen Beschwerde anfocht. Das Bundesamt veranlasste darum den Vollzug der Auslieferung. Über den Zeitpunkt der Übergabe an die USA macht das BJ aus Sicherheits- und Persönlichkeitsschutzgründen keine Angaben.

(sda/mbü)

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