Vertreter der Finanzmarktbehörden und Zentralbanken der Schweiz und Chinas haben sich in Peking zur dritten Runde des im Jahr 2013 gestarteten Finanzdialogs getroffen. Der geplante Handelsplatz für die chinesische Währung Yuan in der Schweiz kommt offenbar voran.

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) dürfte demnächst der China Construction Bank (CCB) die Bewilligung erteilen, in Zürich eine Filiale zu eröffnen, sagte Alexander Karrer, stellvertretender Staatssekretär im Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF), am Dienstag vor den Medien in Peking.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Direkter Wechselkurs im Gespräch

«Wir haben technische Fragen erörtert, etwa die Fixierung eines direkten Wechselkurses zwischen Yuan und Franken ohne Umweg über den US-Dollar», ergänzte der Leiter der Schweizer Delegation. Beide Seiten hätten vereinbart, die Kooperation fortzuführen und die Internationalisierung des Yuan über die Schweiz weiter zu erleichtern und dabei den direkten Währungshandel sowie chinesische Investitionsprogramme zu ermöglichen.

Für die Schweiz sei es wichtig, eine solche Handelsplattform für die Devise einer der grössten Volkswirtschaften zu haben. Trotz der jüngsten Abwertungen des Yuans sei der Wille der chinesischen Zentralbank zu einer Liberalisierung der Wechselkurse intakt, zeigte sich Karrer überzeugt.

Interesse an AIIB-Ableger

Ein Thema des Finanzdialogs war auch die mögliche Eröffnung einer Vertretung der neuen Asiatischen Infrastruktur Investmentbank (AIIB) in Europa. Die Schweizer Delegation unterstrich das Interesse an einem Standort in der Schweiz.

Am Mittwoch wollen sich Vertreter der Finanzbranche beider Länder zum zweiten Rundtisch-Gespräch im Beisein von Behördenvertretern treffen. Der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, Patrick Odier, erachtet die Yuan-Handelsplattform als Vorteil für die in China tätigen Schweizer Unternehmen. Diese könnten sich damit deutlich billiger Yuan besorgen, um in China zu investieren.

Vorteile für China

Die Präsenz einer chinesischen Bank in der Schweiz wäre umgekehrt ein neuer Trumpf für chinesische Unternehmen, die in der Schweiz investieren wollten. Vor allem würde es die Plattform aber erlauben, auf Yuan lautende Finanzprodukte zu lancieren, sagte Odier vor den Medien. Auch könne der Rohstoffhandel gefördert werden, weil Yuan-Transaktionen ermöglicht würden.

(sda/mbü/ise)