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Rüstungsdeals
Schweiz sichert Millionen in griechischem Korruptionsfall

Griechenland: Millionen-Rückzahlung aus Bern.   Keystone

Die Bundesanwaltschaft hat in einem Korruptionsfall um Waffen-Deals Griechenlands 35 Millionen Franken eingefrohren und einen Teil bereits zurücküberwiesen.

Veröffentlicht am 08.03.2015

Die Schweizerische Bundesanwaltschaft (BA) hat in Rahmen eines Korruptionsfalls um den ehemaligen griechischen Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos umgerechnet 35 Millionen Franken beschlagnahmt. In dem Fall geht es um Geldwäscherei bei Rüstungsbeschaffungsprojekten während der Jahrtausendwende.

Bestechungsgelder an Politiker und Funktionäre

Bei der Beschaffung von Flugabwehrraketen, U-Booten und Panzerhaubitzen seien Bestechungsgelder an griechische Funktionäre und Politiker gezahlt worden, erklärte BA-Sprecherin Jeannette Balmer am Sonntag. Gelder seien dabei über den Finanzplatz Schweiz verschoben worden, weshalb die BA mehrere Verfahren wegen Verdachts der qualifizierten Geldwäscherei führe.

Die BA hat umgerechnet 35 Millionen Franken beschlagnahmt, bestätigte Balmer einen entsprechenden Bericht in der «NZZ am Sonntag». 4 Millionen seien letztes Jahr bereits an Griechenland zurückerstattet worden.

Ausserdem seien im Zusammenhang mit dem Fall nicht deklarierte Gelder in Höhe von umgerechnet 20 Millionen Franken in die Schweiz geflossen. Diese seien mittels sogenannter Kompensationsgeschäfte in einem komplizierten Verfahren mit den Korruptionsgeldern verrechnet worden.

Untersuchungshaft für eine Person

Gegen fünf Beschuldigte führe die BA ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Geldwäscherei. Einer davon befinde sich derzeit in Untersuchungshaft.

In Deutschland und Griechenland werden ebenfalls Verfahren zum Korruptionsfall geführt. Vor allem mit diesen Ländern bestehe ein reger Informationsaustausch im Rahmen der Rechtshilfe, schrieb Balmer. Involvierte Politiker und Funktionäre seien in Griechenland teilweise bereits verurteilt worden.

(awp/chb)

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