Der Verkauf einer CD mit Informationen über Steuersünder an die deutschen Behörden hat für den Datendieb ein juristisches Nachspiel: Die Schweizer Bundesanwaltschaft wirft dem Ex-Mitarbeiter der Grossbank UBS vor, Geschäftsgeheimnisse anderen zugänglich gemacht zu haben. Die Anklage laute unter anderem auf Verletzung des Geschäfts- und Bankgeheimnisses, erklärte die Behörde am Dienstag. Sie bestätigte damit einem Bericht des «Tages-Anzeiger». Die Bundesanwaltschaft habe die Anklageschrift im Juli beim Bundesstrafgericht eingereicht.

Im Kern geht es dabei um Datensätze zu insgesamt 3,5 Milliarden Franken schweren Kundenvermögen, das der ehemalige UBS-Mitarbeiter an Nordrhein-Westfalen verkauft hat. Die Grossbank hatte in diesem Zusammenhang für einen Abschluss des Steuersünder-Verfahrens bei der Staatsanwaltschaft Bochum rund 300 Millionen Euro bezahlt. UBS wollte sich zu der Anklage gegen den Ex-Mitarbeiter nicht äussern.

(reuters/me)