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Diplomatie
Schweiz will im Nordkorea-Konflikt vermitteln

Pjöngjang: Bundespräsidentin Doris Leuthard warnt vor «Überreaktionen». Keystone

Nachdem Nordkorea eine Wasserstoffbombe gezündet haben will, hat sich die Schweiz als Vermittlerin angeboten. Es sei Zeit, sich an den Tisch zu setzen.

Veröffentlicht am 04.09.2017

Die Schweiz bietet sich im Nordkorea-Konflikt als Vermittlerin an. Das Land könne Schauplatz für Gespräche der zuständigen Minister sein, sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard am Montag. China und die USA müssten nun ihre Verantwortung übernehmen. «Wir sind bereit, unsere Rolle als Vermittler anzubieten», sagte Leuthard gegenüber Medienvertretern. «Es ist nun wirklich Zeit, sich an den Tisch zu setzen. Grossmächte haben eine Verantwortung.»

Leuthard wies darauf hin, dass an der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea seit über 60 Jahren Schweizer Truppen im Einsatz sind - unter anderem, um den Waffenstillstand zwischen den beiden Ländern zu überwachen. Die Schweiz habe - zusammen mit Schweden - eine lange Geschichte von neutraler und diskreter Diplomatie.

Leuthard warnt vor «Überreaktionen»

Aber China und die USA müssten ihren Teil der Verantwortung übernehmen, betonte die Schweizer Bundespräsidentin und warnte vor «Überreaktionen». Sanktionen würden nicht viel ändern wenn es darum gehe, Pjöngjang dazu zu bringen, seine Waffenprogramme zu stoppen.

Eine Aufgabe der Schweiz könnte es etwa sein, einen geeigneten Ort zu finden für offizielle Treffen, etwa der Aussenminister, sagte Leuthard. «Ich denke, es ist unsere Aufgabe zu schauen welche Möglichkeiten es gibt. Denn Twitter wird kein adäquates Instrument sein. Dies muss sehr diskret sein.». Nordkorea hatte am Wochenende ungeachtet internationaler Sanktionen eine Wasserstoffbombe gezündet, die als Sprengkopf für seine Interkontinentalraketen dienen soll.

(sda/cfr)

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