Die Schweiz wird ihren Sitz im Exekutivdirektorium des Internationalen Währungsfonds (IWF) voraussichtlich mit Polen teilen. Dies hat die «Neue Zürcher Zeitung» («NZZ») im Vorfeld der Frühlingstagung des IWF, die am nächsten Wochenende stattfindet, erfahren.

Das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) habe allerdings eine Stellungnahme abgelehnt und stattdessen auf eine Pressekonferenz vom kommenden Samstag verwiesen, heisst es. Dann will Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf in Washington über die Ergebnisse der Tagung informieren.

Polen ist bereits in der Stimmrechtsgruppe, die von der Schweiz angeführt wird. Die Schweiz stellt denn auch einen der 24 Vertreter im IWF-Exekutivdirektorium. Dieses hatte sich im November 2010 aber dafür ausgesprochen, zwei Sitze von «fortgeschrittenen Ländern Europas» hin zu «aufstrebenden Ländern» zu verschieben. Diese Umverteilung von Sitzen soll bis Ende 2012 feststehen.

Zur Gewichtverlagerung im Exekutivdirektorium würde die Schweiz somit einen halben Sitz beitragen. Die Abmachung zwischen der Schweiz und Polen ist laut «NZZ» jedoch umfassender: Sie sehe insbesondere vor, dass die Schweiz im politischen Steuerungsausschuss des Fonds, dem International Monetary and Financial Committee (IMFC), weiterhin Einsitz nehme. Dort käme es somit im Gegensatz zum Exekutivdirektorium zu keiner Rotation mit Polen. Damit wäre die Schweiz bei den halbjährlichen Ministertreffen weiter dabei, so die «NZZ».

(tno/vst/awp)