Nach dem historischen Ja zur Masseneinwanderungsinitiative verlangte die FDP, SVP-Vizepräsident Christoph Blocher solle nun in Brüssel mit der EU verhandeln. Beim Volk kommt die Forderung der Freisinnigen allerding nicht an. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Isopublic im Aufrag von SonntagsBlick. Es befragte zwischen dem 12. und 14. Februar 1002 Stimmberechtigte in der Deutsch- und Westschweiz. Nur 41 Prozent der Befragten würden den alt Bundesrat gerne am Verhandlungstisch sehen. 54 Prozent sagen, Blocher soll besser zu hause bleiben.

Schlechte Karten für Schneider-Ammann

Trotzdem verlangt das Volk, dass die SVP in die Verantwortung genommen wird. 46 Prozent unterstützen die Forderung, dass das Parlament bei der nächsten Gelegenheit einen zweiten SVP-Vertreter in die Regierung wählt – 44 Prozent sind dagegen. Falls es soweit kommt, dann hätte im Urteil der Stimmberechtigten Johann Schneider-Ammann die schlechtesten Karten: 38 Prozent sagen, der FDP-Mann müsste seinen Sessel zugunsten eines SVP-Vertreters räumen. Fester im Sattel sitzt BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf: 19 Prozent würden sie ersetzen, falls die SVP einen zweiten Sitz bekommt.

Minderheit will sich von EU abkehren

Trotz ihres Erfolgs: Auch für die SVP wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Forderungen aus der Partei, nach der Personenfreizügigkeit die bilateralen Verträge insgesamt anzugreifen, sind beim Volk chancenlos. 74 Prozent sagen in der SonntagsBlick-Umfrage, die Schweiz müsse an den bilateralen Verträge mit der EU festhalten. Nur 19 Prozent wollen sich total von Europa abkehren – und das Risko einen Isolation in Kauf nehmen. Selbst die SVP-Basis ist in der Frage des Alleingangs gespalten. 47 Prozent der SVP-Sympathisanten stehen zu den bilateralen Verträgen – 48 Prozent möchten sie kündigen.

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Bei den anderen Parteien ist eine erdrückende Mehrheit für den bilateralen Weg: 94 Prozent der SP- und je 88 Prozent der CVP- und FDP-Wähler wollen an den Verträgen nicht rütteln.

(dbe)