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«Schweizer Eigenschaften vermitteln»

House of Switzerland: An bester Lage präsentiert sich die Schweiz in Sotschi.   FDFA-GS

Die Schweiz präsentiert sich mit dem House of Switzerland mitten in Sotschi. Beim EDA ist Botschafter Nicolas Bideau für das Projekt verantwortlich und erklärt, was Sponsoren für Olympia qualifiziert.

Von Tobias Keller
am 06.02.2014

Im House of Switzerland in Sotschi präsentieren sich Firmen wie Holcim, de Sede, Parmigiani oder Nescens. Warum repräsentieren gerade diese Frimen in Sotschi die Schweiz? Botschafter Nicolas Bideau nimmt im Interview Stellung.

HZ: Welche Kriterien mussten die Firmen, die als Sponsoren im House of Switzerland aufgenommen wurden erfüllen?
Nicolas Bideau: Wir wollten in Sochi mit Schweizer Unternehmen kooperieren, die die bilateralen Beziehungen Schweiz-Russland repräsentieren. Also Schweizer Unternehmen, die entweder schon seit langer Zeit erfolgreich im russischen Markt präsent sind oder ihre Beziehungen zu den russischen Zielgruppen, die in Sotschi anwesend sein werden, festigen wollen. Firmen wie Genolier Swiss Medical Network, Parmigiani oder Holcim geniessen bereits heute bei den Russinnen und Russen der oberen Schicht einen guten Ruf.

Welche Investitionen und Kostenbeteiligungen mussten von den Firmen erbracht werden?

Die Firmen erbrachten Sponsoringbeiträge gemäss eigenem Aufwand. Will ein Partner einen eigene Lounge oder einen Ausstellungsraum, kommt er selber für Ausstattung und Betrieb auf. Wünscht der Partner Kommunikations- oder Hospitality-Dienstleistungen, bezahlt er einen entsprechenden Sponsoringbeitrag.

Gab es ein Bewerbungsverfahren?

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA suchte frühzeitig den Kontakt zu den Firmen: Bereits zwei Jahre vor Beginn der Spiele informierten wir zusammen mit der Botschaft in Moskau mit einem Schreiben an alle in Russland ansässigen Schweizer Firmen über die Schweizer Präsenz in Sotschi. Anlässlich einer Informationsveranstaltung präsentierten wir insbesondere die Beteiligungsmöglichkeiten für Schweizer Unternehmen und Organisationen. Dadurch konnten wir garantieren, dass sämtliche Schweizer Firmen in Russland die Gelegenheit hatten, sich bei Interesse bei uns zu melden.

Was waren die Auswahlkriterien?

Uns war wichtig, mit Firmen zusammen arbeiten zu können, die Schweizer Eigenschaften wie Premium-Qualität, Zuverlässigkeit und Exklusivität vermitteln konnten. Brands wie Parmigiani, Holcim, Nescens und Lindt stehen für diese Eigenschaften.

Wie viele Firmen wollten Präsenz zeigen?

Wir traten mit über 50 Firmen in Kontakt, schliesslich haben fast zwei Dutzend für eine Schweizer Präsenz zugesagt.

Wie wurden Absagen begründet?

Wir haben keine Absagen erteilt. Ein Rückzug einer Firma wurde oft damit begründet, dass die nötigen Ressourcen fehlten oder die Umstände in Sochi vor und während den Olympischen Spielen zu schwierig waren.

Gibt es eine Umsatzbeteiligung? 

Nein, das House of Switzerland erhält keine Umsatzbeteiligung.

Gibt es Unterschiede in den Kosten je nach Kategorie?

Ja, je nach Kategorie erhalten die Partner unterschiedliche Gegenleistungen. Entsprechend wurden auch die Partnerbeiträge angepasst. Ein offizieller Partner beispielsweise erhält viel mehr Visibilität und auch einen eigenen Showroom. Der offizielle Partner beteiligt sich demnach mit einem höheren Beitrag am Projekt als ein Supplier.

Wie gross ist das Budget des House of Switzerland für Sotchi 2014?

Das vom Bundesrat gesprochene Budget beträgt 3 Millionen Franken.

Gibt es für die teilnehmenden Firmen Zuschüsse?

Nein.

Gibt es eine Defizitgarantie?

Präsenz Schweiz ist Projektleiter und trägt demnach die finanzielle Verantwortung für das Gesamtprojekt.

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