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Vermögensverwaltung
«Schweizer Finanzplatz weiter sehr attraktiv»

Chef der Liechtensteiner Fürstenbank LGT: Prinz Max von und zu Liechtenstein. (Bild: Keystone)

Den Finanzplätzen Schweiz und Liechtenstein gelingt es trotz Konkurrenz, auch Gelder aus Asien anzuziehen. Nun müssten jedoch Verträge mit der EU abgeschlossen werden, sagt der Chef der LGT Bank.

Veröffentlicht am 14.07.2013

Der Chef der Liechtensteiner Fürstenbank LGT, Prinz Max von und zu Liechtenstein, sieht in den Finanzplätzen seines Landes und der Schweiz nach wie vor grosse Stärken. Der automatische Informationsaustausch ist für ihn ein Stabilitätsfaktor, den auch die Kunden schätzen.

Die Schweiz und Liechtenstein hätten ein ausgezeichnete politisches und wirtschaftliches Umfeld und die Finanzinstitute bewiesen hohe Kompetenz in der Anlageberatung von privaten und institutionellen Kunden, sagte Prinz Max der «NZZ am Sonntag.» Nötig sei nun, mit dem Ausland rasch Verträge abzuschliessen, vor allem mit der EU.

Automatischer Informationsaustausch

«Zwischenstaatliche Abkommen müssen für klare rechtliche Rahmenbedingungen sorgen», sagte der Bankenchef. Er glaubt, dass Vermögensverwalter dank einem automatischen Informationsaustausch und einem Ende herrschender Rechtsunsicherheiten wieder mehr europäische Kunden anziehen könnten. Der Status Quo sei schlecht.

«Es ist ohnehin so, das niemand mehr unversteuertes Geld hierherbringt», sagte Prinz Max, ein Sohn des liechtensteinischen Staatschefs Fürst Hans-Adam II. und Bruder von Erbprinz Alois. Die Risiken bei der Steuerflucht seien für Banken und Kunden stark angestiegen.

Politische und wirtschaftliche Stabilität

Die Schweiz und Liechtenstein schafften es dank der «unerreichten» politischen und wirtschaftlichen Stabilität trotz des Aufstiegs fernöstlicher Finanzplätze, auch Gelder asiatischer Kunden anzuziehen. Dort gebe es immer noch grosse politische und wirtschaftliche Unsicherheiten.

Dass Kunden aus Sicherheitsüberlegungen Geld brächten, sei auch gut für die Arbeitsplatzsituation bei den Schweizer und Liechtensteiner Banken. Doch gebe es Gewinner und Verlierer: «Unter dem Strich aber läuft es auf eine Art Umverteilung von Kundengeldern hinaus», sagte Prinz Max.

Die LGT Bank, die der Fürstenfamilie gehört, zog im vergangenen Jahr elf Milliarden Franken Neugeld an. Im Jahre 2008 hatte sie im Zentrum eines umfangreichen Schwarzgeld-Skandals um deutsche Kunden gestanden, in dessen Folge es dem Liechtensteiner Finanzplatz aber gelang, mit Auslandsabkommen den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

(aho/sda)

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