Das könnte bald juristischen Ärger geben: Die Webseite Fifa-Brazil-2014.com ist optisch bis ins Detail jener des mächtigen Fussballverbandes nachempfunden. Logo, Artikel, Werbepartner, Urheberrechtshinweise - alles dabei.

Ein kleines Detail aber ist anders: Auf Fifa-Brazil-2014 tanzt Jospeh S. Blatter den Samba. Und in grossen Lettern steht: «Wir wollen eine faire WM».

Hinter dieser Aktion steckt das Schweizer Hilfswerk Solidar Suisse. Zwar wurde die Webseite anonym registriert, doch macht Solidar Suisse auf ihrer Webseite Werbung für den Auftritt und verschickte einen Hinweis an Newsletter-Abonnenten. Auf der Fifa-Kopie wird man aufgefordert, die Webseite mit dem Hashtag #Sambahack auf den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook zu verbreiten. Die Aktion scheint zu funktionieren: Innerhalb einer halben Stunde kletterte die Anzahl Unterstützer von 1000 auf 3300.

Mehrere Guerilla-Aktionen

Bereits in der Vergangenheit machte Solidar Suisse mit einer frechen Aktion zur WM in Brasilien auf sich aufmerksam. Schon damals wurde Blatter aufs Korn genommen.

Auf eine erste Anfrage war bei Solidar Suisse niemand zu erreichen. Die Online-Aktion gestaltete die Agentur Feinheit, wie sie auf ihrem Twitter-Konto erklärte. Laut Feinheit sei die Aktion Teil einer Kampagne von Solidar Suisse. Das NGO übergebe am Montag der Fifa in Zürich eine Petition von über 25'000 Unterschriften für eine faire WM in Brasilien.

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Fifa wollte Petition erst nicht annehmen

Erst unter dem Druck der aktuellen Proteste in Brasilien habe sich die Fifa unter ihrem Chef Sepp Blatter nach anfänglichem Widerstand bereit erklärt, die Protest-Petition entgegenzunehmen, sagte Esther Maurer, Präsidentin von Solidar Suisse, gegenüber der «Sonntagszeitung».

(chb/jev)