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Unruhen
Schweizer Journalist in Venezuela wieder frei

Venezuela: Die drei Journalisten nach ihrer Festnahme. Keystone

Bei der Arbeit an einer Reportage ist ein Schweizer Journalist im Norden Venezuelas vorrübergehend festgenommen worden. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuss.

Veröffentlicht am 08.10.2017

Der Schweizer Journalist, der am Wochenende in Venezuela festgenommen worden war, ist ohne Auflagen freigelassen worden. Die beiden Journalisten, die zusammen mit ihm festgenommen wurden, sind ebenfalls frei.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte am Sonntagabend eine entsprechende Information des nationalen Journalistenverbandes (SNTP) Venezuelas.

Erleichtert über rasche Lösung

Das EDA und die Schweizer Vertretung in Caracas, die ihrem Mitbürger konsularischen Schutz gewährt habe, seien über die rasche Lösung dieses Falls erleichtert, erklärte das Aussendepartement. Aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes könne das EDA keine weiteren Angaben machen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa war auch die italienische Botschaft in Caracas mit den lokalen Behörden wegen des Vorfalls in Kontakt gestanden.

Schreibt für «Il Giornale»

Die drei Journalisten waren beim Besuch eines Gefängnisses festgenommen worden. Sie hatten laut dem SNTP (Sindicato Nacional de Trabajadores de la Prensa) Aufnahmegeräte dabei, die offenbar nicht autorisiert worden waren.

Bei den Festgenommenen und später wieder Freigelassenen handelt es sich demnach um Filippo Rossi, einen freien Journalisten aus Comano TI, den Italiener Roberto Di Matteo und Jesus Medina aus Venezuela, wie SNTP mitteilte.

Rossi, der auch als Extremsportler unterwegs ist, und Di Matteo schreiben regelmässig für die Mailänder Zeitung «Il Giornale». Der Venezolaner Medina ist Fotograf bei der regierungskritischen Online-Zeitung DolarToday.

Berüchtigtes Gefängnis besucht

Die drei Journalisten befanden sich den Angaben zufolge auf einer Recherche-Reise im Bundesstaat Aragua, wo sie das als Tocorón-Gefängnis bekannte Centro Penitenciario de Aragua besuchten. SNTP zufolge hatten die Journalisten eine «Einladung» für den Besuch im Gefängnis. Die Anstalt ist berüchtigt für prekäre Zustände und wiederholte Gewaltakte.

Als sie dort eintrafen, sei ihnen der Zugang verwehrt und sie seien von der venezolanischen Nationalgarde festgenommen worden. Seit Freitag hatten sich die Männer in Gewahrsam befunden. Am Sonntag wurden sie wieder auf freien Fuss gesetzt.

Ein Vertreter des Journalistenverbandes hatte zuvor Zugang zu den drei Männern gehabt. Ihnen gehe es gut. Es gebe keine Anzeichen von Folter, hatte er erklärt.

(sda/cfr/mbü)
 

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