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Schweizer Milchbranche fordert Millionenhilfe

Werbung für faire Schweizer Milch: Die Branche sucht Unterstützung. Keystone

Die Schweizer Milchbranche fodert ein umfängliches Hilfspaket, um die Auswirkung der Frankenstärke abzufedern. Den Herstellern entgingen bis zu 150 Millionen Franken pro Jahr.

Veröffentlicht am 29.01.2015

Die Schweizer Milchbranche fordert angesichts der Frankenstärke vom Bund ein Hilfspaket, um die schlimmsten Auswirkungen etwas abzufedern. Dazu gehören eine Aufstockung der Bundesmittel im Rahmen des «Schoggigesetzes», eine Aufstockung der Absatzförderung für Käse sowie zusätzliche Direktzahlungen von 75 Millionen Franken.

Die Akteure der Milchwirtschaft weisen in einer Mitteilung vom Donnerstag auf ihre besondere Betroffenheit hin. Erste Entscheide für Milchpreissenkungen seien bereits erfolgt und würden je nach Marktsegment bis zu mehrere Rappen pro Kilogramm Milch ausmachen.
Zudem würden die Verarbeitung und Exporteure vor allem beim Käse, aber auch auch bei Industrieprodukten, mit hohen Margenverlusten konfrontiert. Dies führe zu einem Verlust von Wertschöpfung im Umfang von 100 bis 150 Millionen Franken pro Jahr.

Fünftel der Milchproduktion Exportware

Es drohe die Gefahr, dass für Schweizer Milchprodukte im In- und Ausland Marktsegmente verloren gingen. Heutzutage werde mehr als ein Fünftel der gesamten Schweizer Milchproduktion in die EU exportiert. Viele Bauern seien in ihrer Existenz bedroht. Der Bundesrat müsse deshalb die bereits vor der Frankenaufwertung in Aussicht gestellte Aufstockung der Bundesmittel im Rahmen des «Schoggigesetzes» nun vollumfänglich unterstützen. Die vorhandenen Mittel von 70 Millionen Franken pro Jahr für den gesamten Nahrungsmittelsektor würden 2015 bei weitem nicht ausreichen, um die angestrebten 85 Prozent der Deckung auszugleichen. Dafür brauche es eine Aufstockung auf 114,9 Millionen Franken.

Zweitens fordert die Branche vom Bundesrat zusätzliche Mittel für die Absatzförderung, insbesondere von Käse im In- und Ausland. Die Branche sei bereit, auch eigene Mittel aufzubringen. Sie fordert aber eine Aufstockung der bereits bestehenden Absatzförderung im Umfang von zehn Millionen Franken.

Hohe Einkommensverluste abfedern

Um den Einkommensverlust mit den tieferen Milchpreisen teilweise zu kompensieren, fordert die Branche drittens zusätzliche Direktzahlungen im Umfang von 75 Millionen Franken. Diese sollten direkt den Milchproduzenten ausgerichtet werden, um den hohen Einkommensverlust etwas abzufedern.

Zudem fordert die Branche den Bundesrat auf, mit weiteren Massnahmen die Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Milchwirtschaft zu verbessern. Dazu gehörten Massnahmen zur Kostenreduktion zum Beispiel bei Tierarzneimitteln, der Abbau von administrativem Aufwand oder die Allgemeinverbindlichkeit von Branchenmassnahmen.

(sda/me)


 

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