Der deutsche Champions-League-Finalteilnehmer Borussia Dortmund reist im Juli für eine Trainingswoche nach Bad Ragaz. Der VfL Wolfsburg wird ebenfalls im St. Galler Kurort gastieren, zuvor aber bereits ein paar Tage in Crans Montana verbringen. Auch die Düsseldorfer Fortuna bereitet sich auf einem Schweizer Fussballplatz auf die neue Saison vor. Alpenkulisse und gepflegte Ruhe wirken anziehend.

Doch wo Spitzenfussball draufsteht, ist nicht immer viel Geld im Spiel. In den meisten Gemeinden zahlt der Steuerzahler kräftig mit, wenn die Spitzenklubs am kicken sind. Bad Ragaz etwa verrechnet den Dortmundern – Jahresumsatz 2011/12 rund 190 Millionen Euro, Gewinn 34 Millionen – einen einmaligen Unkostenbeitrag für die Benutzung des Platzes von 5000 Franken. Die Kosten, so schätzt die Gemeinde auf Anfrage, sind aber mindestens doppelt so hoch. So muss die Gemeinde Fanbesuche kanalisieren und extra Beschilderungen für Parkplätze anbringen.

Die Sicherheit zahlt die Gemeinde

In Crans Montana gibt es für die Kicker aus Wolfsburg die Aussicht in Richtung Matterhorn und Walliser Alpen fast umsonst. Die Mannschaft von Nati-Torhüter Diego Benaglio residiert vom 3. bis 10. Juli im Walliser Nobelort. Die Benützung des gemeindeeigenen Fussballplatzes wird dem VfL Wolfsburg – Jahresbudget 90 Millionen Euro – mit 600 Franken am Tag in Rechnung gestellt oder 4800 Franken für den ganzen Aufenthalt. Die Kosten für Sicherheit und Organisation übernimmt die Gemeinde, wie eine Sprecherin erklärt. Sie erhofft sich davon als Gegenleistung immerhin eine gute Werbung im Ausland.

Noch weiter gehen einige Gemeinden in Österreich. So zum Beispiel Kirchberg im Tirol, wo Borussia Dortmund nach Bad Ragaz ein Trainingslager abhalten wird. Die Gemeinde zahlt gar alle Kosten und ist nebenbei auch Sponsor des BVB. Ähnliche Verträge schlossen der HSV mit dem Zillertal und der FC Bayern München mit Trient in Italien.