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Arbeitskämpfe
Schweizer waren 2016 nicht besonders streikfreudig

Lehrerstreik im November in La Chaux-de-Fonds: 2016 war ein ruhiges Jahr. Keystone

Im letzten Jahr haben in der Schweiz weniger Angestellte gestreikt. Der Rückgang hat mit einem bestimmten Ereignis des Jahres 2015 zu tun. Doch auch sonst ist es um den Arbeitsfrieden gut bestellt.

Veröffentlicht am 02.06.2017

Im letzten Jahr haben in der Schweiz 2181 Arbeitnehmende gestreikt, gegenüber 13'437 im Vorjahr. Damals liess der Protest der Bauarbeiter Ende 2015 die Zahl der streikenden Arbeitnehmenden hochschnellen.

Im Jahr 2016 verzeichnete das Bundesamt für Statistik (BFS) acht Fälle von Streiks und Aussperrungen. Dabei gingen 1004 Arbeitstage verloren, wie am Freitag publizierte Zahlen zeigen.

Bauarbeitestreiks belasteten 2015

Gegenüber 2015 ist das ein starker Rückgang. Damals gingen 13'274 Arbeitstage verloren. Das ging hauptsächlich auf die Streiks der Bauarbeiter zurück, die Verhandlungen über den auslaufenden Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für das Bauhauptgewerbe gefordert hatten.

Dass 2016 vergleichsweise wenig Arbeitnehmende streikten, liege denn auch daran, dass wichtige GAVs gesichert waren und nicht zur Diskussion standen, sagt Thomas Zimmermann, Sprecher des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds, der Nachrichtenagentur sda.

Verarbeitendes Gewerbe am stärksten betroffen

Zwischen 2008 und 2016 registrierte das BFS insgesamt 68 Fälle von Streiks oder Aussperrungen. 33'588 Arbeitnehmende beteiligten sich während dieses Zeitraums an einem Streik, 46'312 Arbeitstage fielen aus. Mit 15 Fällen war das verarbeitende Gewerbe am stärksten von Streiks und Aussperrungen betroffen, gefolgt vom Baugewerbe mit 14 und dem Gesundheits- und Sozialwesen mit 10 registrierten Fällen.

(sda/gku)
 

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