1. Home
  2. Politik
  3. Schweizer werden aus Ägypten geholt

Reisen
Schweizer werden aus Ägypten geholt

Touristen in Sharm el-Sheik: Den Islamisten schon lange ein Dorn im Auge.  Keystone

Das EDA rät von Reisen auf die Sinai-Halbinsel ab. Schweizer Touristen werden aus Sharm el-Sheik ausgeflogen. Hintergrund ist der Anschlag in Taba, bei dem drei Touristen starben.

Von Gabriel Knupfer
am 28.02.2014

Das EDA hat seine Reisewarnung für Ägypten auf die Badeorte Dahab, Sharm el-Sheik und Nuweiba ausgeweitet. «Von Touristen und anderen nicht dringenden Reisen auf die Sinai-Halbinsel einschliesslich aller Badeorte wird abgraten», heisst es auf der Website des schweizerischen Aussenministeriums.

Personen, die sich auf der Sinai-Halbinsel aufhielten, sollten mit ihrem Reiseveranstalter in Kontakt treten.

Schweizer werden ausgeflogen

TUI Schweiz hat derzeit rund 60 Gäste in der Gegend um Sharm el-Sheik. Aufgrund der Reisewarnung würden diese nun alle ausgeflogen, erklärt Mediensprecher Roland Schmid. «Wer bleiben will, kann dies nur auf eigene Verantwortung tun.» Die Reisewarnungen des EDA und die Einschätzungen der eigenen Leute vor Ort würden sehr ernst genommen. «Die Gäste verstehen, dass wir in ihrem Interesse vorsorglich handeln», so Schmid. TUI hat alle Reisen nach Sharm el-Sheik bis und mit Freitag, 14. März abgesagt. Kunden mit bevorstehender Abreise können ihre Reisen kostenlos umbuchen oder stornieren.

Kuoni hat ungefähr 50 Leute in Sharm el-Sheik. Andere Badeorte auf der Sinai Halbinsel sind nicht im Angebot. Laut Mediensprecher Peter Brun wurden die Gäste über die neuen Reisehinweise informiert. «Sie können nun selber entscheiden, ob sie früher heimreisen wollen.» Alle noch nicht angetretenen Reisen bis am 16. März sind dagegen annulliert worden. Die Kunden können wie bei TUI gebührenfrei umbuchen. Als Alternativen in Ägypten können weiterhin Reisen nach Hurghada und Marsa Alam gebucht werden.

Ägypten kommt nicht zur Ruhe

Das Ägyptengeschäft habe sich indes nie mehr von der ersten Revolution von 2011 erholt, erklärt Brun. Dagegen seien andere Winter-Badedestinationen in den Vordergrund getreten. «In den Ausweichdestinationen Vereinigte Arabische Emirate und Oman haben wir die Gästezahlen gegenüber dem Vorjahr verdoppeln können und auch die Kanarischen Inseln laufen nochmals besser als 2013.»

Bei TUI waren die Zahlen für Ägypten Anfang 2013 erstmals nach der Revolution wieder klar gestiegen. Einen Rückschlag gab es dagegen durch die Reisewarnungen vom Herbst, als auch von Reisen nach Hurghada und Marsa Alam abgeraten wurde. Wie sich die neuen Warnung auswirken würden, sei noch nicht abzusehen, erklärt Sprecher Roland Schmid. «Zuhause bleiben müssen die Leute aber sowieso nicht.» Anstelle von Ägypten böten sich die Kapverdischen Inseln oder die Kanarischen Inseln an.

Ultimatum der Islamisten

Vor knapp zwei Wochen hatte ein Selbstmordattentäter im Badeort Taba im Süden der Halbinsel an der Grenze zu Israel in einem Touristenbus eine Bombe gezündet. Er riss drei Urlauber aus Südkorea und den ägyptischen Busfahrer mit in den Tod. Zu dem Anschlag hatte sich die Al-Kaida-nahe Terrororganisation Ansar Beit al-Makdis bekannt. Es war der erste Terrorakt gegen Touristen in Ägypten seit mehreren Jahren.

Militante Islamisten hatten Urlaubern in Ägypten in der vergangenen Woche mit neuen Anschlägen gedroht. Ausländern war ein Ultimatum zum Verlassen des Landes bis Donnerstag vergangener Woche gestellt worden.

Militäraktion auf dem Sinai

Die ägyptische Armee hat bei Operationen im unruhigen Norden der Halbinsel Sinai sechs mutmassliche militante Islamisten getötet. Einer der Getöteten soll der Ansar-Beit-al-Makdis-Organisation angehört haben, berichteten ägyptische Medien am Donnerstag.
 

(Mit Material von Reuters und SDA)

Anzeige