Der Weltfussballverband Fifa und internationale Gewerkschaften haben eine Vereinbarung über die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen für die Fussball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar unterzeichnet. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) fungiert als Mediator, wie die Behörde am Mittwoch einen Bericht der Zeitung «Le Temps» bestätigte.

Die Vereinbarung wurde am vergangenen 2. Mai unterzeichnet. Sie folgt auf eine Klage der Internationalen Bau- und Holzarbeitergewerkschaft (BHI). Die Vereinbarung sieht die Einrichtung eines Kontrollorgans in Katar vor und regelt das Verfahren im Fall von Klagen der Arbeiter.

Dokumentation der Fortschritte

Gemäss der Vereinbarung sollen die Parteien nun jede für sich innerhalb von sechs Monaten einen Bericht über die erzielten Fortschritte vorlegen. Innerhalb von neun Monaten soll dann an einem Zusammentreffen in Bern über das weitere Vorgehen entschieden werden. Das SECO wird dabei als Mediator tätig sein.

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Die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen für die neuen Fussballstadien in Katar sorgen seit Jahren für Kritik. Anfang Jahr ist das Handelsgericht des Kantons Zürich auf eine Klage von drei internationalen Gewerkschaften gegen den Weltfussballverband Fifa nicht eingetreten. Die Klage erwies sich gemäss dem Handelsgericht aus formellen Gründen als unzulässig.

Bauarbeiten fordern bereits 1200 Tote

Laut Angaben der internationalen Gewerkschaften sollen auf den Baustellen bis anhin bereits 1200 Arbeiter gestorben sein. Bis zum Abschluss der Bauarbeiten werden sogar bis zu 7000 Todesfälle befürchtet. Für die Bauarbeiten im Hinblick auf die Fussball-Weltmeisterschaft hat Katar rund zwei Millionen ausländische Arbeitskräfte angeheuert.

Zu den Kritikern gehört auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die den katarischen Behörden vorwarf, Zusagen im Kampf gegen die «moderne Sklavenarbeit» nicht eingehalten zu haben. Die Fifa hatte wiederholt zugesichert, Anstrengungen zur Verbesserung der Lage zu unternehmen.

(sda/me)