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Alkohol
Seilbähnler dürfen ein paar Bier trinken

Seilbahn in Les Diablerets: Ab 0,5 Promille ist der Chef in der Kabine dienstunfähig. Keystone

Das Seilbahnpersonal darf während der Arbeit auch mal einen zwitschern. Der Bundesrat rückt von der Nulltoleranz bei Alkohol ab und beugt sich damit der Kritik.

Veröffentlicht am 02.09.2015

Der Bundesrat verzichtet beim Seilbahnpersonal auf Nulltoleranz für Alkohol. Nach Kritik in der Anhörung setzt er den Grenzwert bei 0,5 Promille.

Ab diesem Pegel gilt künftig jemand, der bei einer Seilbahn für sicherheitsrelevante Aufgaben verantwortlich ist, als dienstunfähig. Das hat der Bundesrat am Mittwoch bei der Revision der Seilbahnverordnung beschlossen.

Wie bei Autofahrern

In der Anhörung hatte er noch vorgeschlagen, die zulässige Blutalkoholkonzentration bei 0,1 Promille festzulegen und die Regeln für das Seilbahnpersonal damit jenen bei der Eisenbahn anzugleichen. Aufgrund der Einwände orientiert sich die Regierung nun an den Grenzwerten für Autofahrer. Heute legt das Gesetz keinen konkreten Wert fest.

Mit der Revision der Verordnung wird ausserdem für die Berechnung der Kräfte, die auf die Seile einwirken, das Vier-Augen-Prinzip eingeführt: Beim Bau von Seilbahnen müssen die so genannten Seilrechnungen künftig durch einen unabhängigen Sachverständigen überprüft werden.

Technische und administrative Veränderungen

Weiter werden die Kompetenzen der technischen Leiter von Seilbahnen und der Unternehmensleitung klarer voneinander abgegrenzt. Die neue Verordnung bringt ausserdem technische und administrative Vereinfachungen für die Branche. Die revidierten Bestimmungen treten am 1. Oktober 2015 in Kraft.

(sda/dbe/ama)

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