Ungeachtet ihrer Differenzen über den Kosovo bemühen sich Albanien und Serbien um eine Verbesserung ihrer Beziehungen. «Zwischen Tirana und Belgrad hat es eine Eiszeit gegeben, doch dieser Besuch ist ein Zeichen des Willens der beiden Länder voranzugehen, auch wenn eine Einigung in allen Punkten noch weit entfernt ist», sagte der albanische Ministerpräsident Edi Rama am Mittwoch an einer gemeinsamen Medienkonferenz mit seinem serbischen Kollegen Alexander Vucic in Tirana.

Vucic ist der erste serbische Ministerpräsident, der Albanien besuchte. Er traf Rama zuletzt vor sechs Monaten bei dessen Besuch in Serbien. Das Verhältnis zwischen Albanern und Serben sei der «Schlüssel zur Zukunft der Region», sagte Rama. Er äusserte den Wunsch, dass die beiden Länder dem Beispiel der Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg folgen.

«Rückgrat» der Stabilität im Balkan

Vucic sagte, die Beziehungen zwischen Serbien und Albanien seien «das Rückgrat» der Stabilität im Balkan. Die beiden Männer betonten erneut, dass sie «unvereinbare» Positionen zum Kosovo hätten, äusserten aber den Willen, dieses Hindernis zu überwinden.

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Der Kosovo hatte sich mit Unterstützung der NATO 1999 von Serbien abgespalten und 2008 seine Unabhängigkeit erklärt. Belgrad erkennt die Abspaltung seiner früheren Provinz bis heute nicht an und wirft Albanien vor, die Errichtung eines «Grossalbaniens» unter Einschluss des Kosovo und Teilen Mazedoniens anzustreben.

«Kein Projekt 'Grossalbanien'»

Tirana bestreitet dies. «Es gibt kein Projekt 'Grossalbanien', sondern ein Projekt, unsere Länder Serbien, Albanien und die Länder der Region in der Europäischen Union zu versammeln», sagte Rama.

(sda/gku/se)