1. Home
  2. Politik
  3. Service-public-Initiative: Der Entscheid wird knapp

Trend
Service-public-Initiative: Der Entscheid wird knapp

Post-Chefin Susanne Ruoff: Auch um ihren Lohn geht es bei der Initiative. Keystone

Die Gegner der Service-public-Initiative sind im Aufwind: Eine neue Umfrage sagt einen knappen Entscheid voraus. Auch bei der Milchkuh-Initiative wollen mehr Wähler ein Nein in die Urne legen.

Veröffentlicht am 25.05.2016

Bei der Abstimmung über die Pro-Service-public-Initiative zeichnet sich ein offenes Rennen ab. Gemäss Umfragen haben die Befürworter stark an Terrain eingebüsst, behalten aber vorerst knapp die Oberhand.

Bestimmt für oder eher für die Initiative, über die am 5. Juni abgestimmt wird, waren 46 Prozent der vom Forschungsinstitut gfs.bern Befragten. In der ersten Erhebung von Ende April lag der Wert noch bei 58 Prozent. 41 Prozent waren bestimmt oder eher dagegen – ein Anstieg von 15 Prozentpunkten. Ein Nein an der Urne sei wahrscheinlicher als ein Ja, schreiben die Autoren der am Mittwoch veröffentlichten SRG-Trendumfrage.

Tamedia kommt zum gleichen Schluss

Ein fast identisches Bild vermittelt die gleichentags veröffentlichte Online-Umfrage von Tamedia. 48 Prozent befürworteten demnach das Volksbegehren, elf Prozentpunkte weniger als bei der letzten Erhebung von Mitte April. Das Nein-Lager ist gleichzeitig um 15 Prozentpunkte auf 45 Prozent angewachsen.

Gemäss SRG-Trendumfrage finden sich die grössten Bewegungen bei SP- und SVP-Wählern. Während bei ersteren die Zustimmung von 70 auf noch 48 Prozent sank, sagten an der SVP-Basis noch 44 Prozent Ja, nach 62 Prozent im April. Der grösste Unterschied in den Stimmabsichten findet sich zwischen den FDP-Wählern (54 Prozent Nein) und jenen der Grünen (69 Prozent Ja).

Nein zur Verkehrsfinanzierungs-Vorlage

Abgelehnt würde gemäss den Umfragen die Volksinitiative «Für eine faire Verkehrsfinanzierung». Laut der SRG-Trendumfrage würden 40 Prozent (-2 Prozent) der Befragten bestimmt oder eher ein Ja in die Urne legen. 49 Prozent (+2 Prozent) hätten sich bestimmt oder eher dagegen geäussert.

Gemäss der Tamedia-Umfrage würden 52 Prozent ein Nein einlegen. Die Gegner hätten damit neun Prozentpunkte hinzugewonnen, während die Befürworter zehn Prozentpunkte verloren. Die Initiative würde noch von 41 Prozent der Befragten befürwortet.

Ja-Trend zum Asylgesetz

Um einen Prozentpunkt zulegen konnten gemäss SRG-Umfrage die Befürworter der Asylgesetzrevision: Hier wollten gemäss der Befragung 60 Prozent bestimmt oder eher Ja stimmen. 29 Prozent wären dagegen gewesen, nach 30 Prozent in der ersten Umfrage. Laut den Autoren der Studie zeigt sich «ein minimaler Trend zum Ja».

Etwas weniger deutlich ist der Ausgang gemäss der Tamedia-Umfrage. So findet das neue Asylgesetz mit 55 Prozent Ja-Stimmen eine klare Mehrheit. Die Befürworter legten laut der Mitteilung um sechs Prozentpunkte zu. Nein würden 35 Prozent der Befragten stimmen, fünf Prozentpunkte weniger als bei der letzten Befragung.

Sympathiegewinn für Grundeinkommen

Beim neuen Fortpflanzungsmedizingesetz (PID) äusserten sich in der Tamedia-Umfrage 55 Prozent der Befragten dafür und 34 Prozent dagegen. Somit legten die Befürworter gegenüber der letzten Umfrage um sieben Prozentpunkte zu, die Gegner verloren einen Prozentpunkt. In der SRG-Trendumfrage gab es dazu keine Angaben.

Die Volksinitiative «Für ein bedingungsloses Grundeinkommen» verzeichnete einen leichten Sympathiezuwachs. So wäre sie laut der SRG-Umfrage von 71 Prozent der Befragten abgelehnt worden, 26 Prozent wären dafür gewesen. Damit stieg die Zustimmung im Vergleich zur ersten Umfrage um zwei Prozentpunkte, die Ablehnung verringerte sich um einen Prozentpunkt.

«Eindeutig ein Minderheitsanliegen»

Bei der Initiative handle es sich «eindeutig um ein Minderheitsanliegen», schreiben die Autoren. Gemäss der Tamedia-Umfrage legten die Befürworter sogar um vier Prozentpunkte auf 37 Prozent zu. Die Gegner verloren zwar drei Prozentpunkte, liegen aber mit 61 Prozent nach wie vor klar vorn.

Das Forschungsinstitut gfs.bern hat für die SRG-Trendumfrage zwischen dem 13. und 21. Mai in allen Landesteilen 1419 Teilnahmewillige per Telefon befragt. Der Unsicherheitsbereich wird mit rund 2,7 Prozentpunkten angegeben.

Tamdia wählte anderen Weg

An der Online-Umfrage beteiligten sich laut Tamedia am 19. und 20. Mai über 17'000 Personen. Die Umfragedaten seien nach demografischen, geografischen und politischen Variablen gewichtet worden und somit entspreche die Stichprobe der Struktur der Stimmbevölkerung.

(sda/mbü/ama)

 

Anzeige