Die Lohnverhandlungen für das kommende Jahr sind grösstenteils vorbei. Die Lohnerhöhungen fallen moderat aus. Während sich die Gewerkschaften deutlichere Erhöhungen gewünscht haben, zeigt sich die Arbeitgeberseite zufrieden.

«Wir haben für das kommende Jahr wie erwartet ein breites Spektrum an Lohnanpassungen», sagt Arbeitgeberverbands-Direktor Thomas Daum. Dies, weil die Branchen unterschiedlich stark von der Schuldenkrise und dem starken Franken betroffen seien. Angesichts des sinkenden Preisniveaus seien die Löhne real sogar noch stärker gestiegen als aus den ausgewiesenen Anhebungen hervorgehe.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) hingegen, der Verhandlungspartner der Unternehmen, ist enttäuscht. Er hatte Erhöhungen zwischen 1,5 und 2,5 Prozent gefordert. Vollumfänglich erfüllt wird die Gewerkschaftsforderung gerade einmal bei den Mindestlöhnen für das Reinigungspersonal. Dies zeigt eine der Nachrichtenagentur sda vorliegende Zusammenstellung des SGB zur aktuellen Lohnrunde.

Kritik an Nullrunden

Die Bandbreite der Lohnerhöhungen auf Branchen- respektive Unternehmensebene reicht von null bis rund zwei Prozent. Dass es in diversen Branchen wie etwa dem Ausbau- oder Schreinergewerbe nun Nullrunden gibt, kritisiert Daniel Lampart, Chefökonom des SGB, scharf. Gerade in Handwerks- oder Baubetrieben, wo die Auftragslage gut sei, hätte die Gewerkschaft erwartet, dass die Arbeitgeber den Mitarbeitern mehr Lohn zahlen.

Zudem gab es in diversen Branchen gar keine Einigung zwischen den Sozialpartnern - etwa in der Gebäudetechnik oder dem Metallbau. Die Gewerkschaft Unia hatte das Angebot, das die Arbeitgeberseite machte, gemäss eigenen Angaben ablehnen müssen. Lob von der Gewerkschaft bekommen dagegen Unternehmen aus der Chemiebranche, in der bis zu 1,5 Prozent mehr gezahlt wird, oder auch die Post, die die Löhne um ein Prozent erhöht.

(tke/aho/sda)