Bei der historischen Parlamentswahl in Pakistan steuert die Muslim-Liga (PML-N) von Ex-Premierminister Nawaz Sharif auf einen klaren Sieg zu. Nach Angaben des privaten TV-Senders Geo News lag die konservative PML-N am Sonntagmittag in 125 der umkämpften 270 Wahlkreise vorn.

Damit würde sie die absolute Mehrheit knapp verfehlen. Nawaz Sharif, der in den 90er Jahren bereits zweimal Premierminister war, erklärte sich schon in der Nacht zum Sonntag zum Wahlsieger.

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Die bisher regierende Volkspartei PPP wurde von den Wählern abgestraft. Sie kam nur noch auf den dritten Rang. Ihre Kandidaten lagen nach Angaben von Geo News in der laufenden Auszählung lediglich in 32 Wahlkreisen vorn.

Die Partei Tehreek-e-Insaf (Bewegung für Gerechtigkeit/PTI) von Kricket-Legende Imran Khan lag deutlich hinter der PML-N, aber vor der PPP. Sie führte in 34 Wahlkreisen. 2008 hatte die PML-N als zweitstärkste Kraft 69 Wahlkreise gewonnen.

Für eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung muss eine Partei bei der Wahl 137 Sitze gewinnen. Weitere 70 Sitze, die für Frauen und religiöse Minderheiten reserviert sind, können die Parteien nach der Wahl proportional zu ihrem Abschneiden besetzen.

Sollte die PML-N nicht genug Sitze für eine absolute Mehrheit gewinnen, könnte sie darauf hoffen, dass sich unabhängige Kandidaten der Partei anschliessen. Ansonsten müsste die PML-N einen oder mehrere Koalitionspartner suchen.

Dutzende Tote

Am Wahltag wurden mindestens 29 Menschen bei Anschlägen und Angriffen getötet, mehr als 90 wurden verletzt. Über 620'000 Sicherheitskräfte waren zum Schutz der Abstimmung eingesetzt.

Trotz Terrordrohungen der Taliban lag die Wahlbeteiligung am Samstag nach Angaben der Wahlkommission bei knapp 60 Prozent, was nach Medienberichten der beste Wert seit der ersten Parlamentswahl in Pakistan im Jahr 1970 war.

Nach Angaben der Wahlkommission verlief die Abstimmung «frei und fair». Mehr als 86 Millionen Pakistaner waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Es ist das erste Mal seit der Unabhängigkeit 1947, dass eine zivile Regierung die Macht an demokratisch gewählte Nachfolger übergibt. Etwa die Hälfte der Zeit war die südasiatische Atommacht Pakistan vom Militär beherrscht.

(aho/sda)