Tan Chong Min hatte von seinen Geschäftspartnern der R&D Pharamceuticals in Singapur mal eben 43'000 Singapur-Dollar (umgerechnet 30'676 Schweizer Franken) geborgt. Als es dann aber ans Zurückzahlen ging, machte er sich rar. Der Firmenanwalt versuchte mehrfach, ihm schriftlich Gerichtsdokumente zuzustellen, dass man ihn betreibe. Doch Min nahm die Papiere einfach nie entgegen.

Da kam der Anwalt auf eine andere Idee, berichtet die «Stratis Times»: Warum die Dokumente nicht per Whatsapp zustellen? Denn Tan Chong Min chattete regelmässig mit Vertretern der Pharmafirma. Gedacht, getan: Anwalt Vijai Parwandi sandte dem Schuldner die Papiere über Whatsapp zu – er meinte vor Gericht, das sei der kostengünstigste Weg. Der Anwalt erhielt das OK der zuständigen Richterin Georgina Lum, sie erachtete diese Arte der Zustellung als ausreichend.

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Vorreiter im Netz

Weil Schuldner Min auch nach dieser Post dem Gericht fernblieb, gab es diesen Montag ein Versäumnisurteil gegen ihn. Ob ihn das bald zum Zahlen animiert, steht in den Sternen.

Singapurs Gericht hat in der Vergangenheit schon mehrfach die Zustellung durch elektronische Medien gebilligt. Etwa diesen Mai, als Kläger einer Person in Australien nur via E-Mail ausfindig machen konnten. Das Gericht meinte damals, auch Facebook oder Skype seien Mittel, solche Begehren rechtsgültig zuzustellen.