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Skandal-Projekt «Insieme» kostet 105 Millionen Franken

Eveline Widmer-Schlumpf hatte im September den Abbruch von «Insieme» veranlasst. (Bild: Keystone)

Eine teure Übung: Das abgebrochene Informatikprojekt «Insieme» der Steuerverwaltung kostet mit 105 Millionen Franken sogar noch mehr als bisher angenommen.

Veröffentlicht am 08.11.2012

Die Gesamtkosten für das abgebrochene Informatikprojekt «Insieme» in der Steuerverwaltung belaufen sich auf rund 105 Millionen Franken - noch etwas mehr als bisher angenommen. Dies schreibt der Bundesrat in einer veröffentlichten Antwort auf parlamentarische Vorstösse.

Die bis Ende September aufgelaufenen Kosten betragen demnach 99,6 Millionen Franken. Der Bundesrat schätzt, dass noch 5 bis 5,5 Millionen hinzukommen. Ursprünglich waren für das Projekt Kosten von insgesamt 155 Millionen Franken geplant. Beim Entscheid, die Übung abzubrechen, waren nur gerade 10 Prozent der notwendigen Programmierarbeiten vollendet.

Mehrere Applikationen und Produkte können laut dem Bundesrat auch nach dem Projektabbruch weiterverwendet werden. Den Wert dieser Produkte schätzt die Verwaltung auf rund 19 Millionen Franken. Ob es möglich sein wird, einen Teil der für externe Mandate bezahlten Beträge zurückzufordern, kann der Bundesrat noch nicht sagen. Entsprechende Abklärungen laufen.

Kosten für neues Projekt sind offen

Offen ist auch, was ein neues Projekt kosten wird. Zunächst müsse nun eine Planung erarbeitet werden, hält der Bundesrat dazu fest. Primäres Ziel sei es, den störungsfreien Betrieb der alten Systeme sicherzustellen, bis ein neues Projekt umgesetzt werden könne.

Zu den Gründen, weshalb «Insieme» abgebrochen werden musste, zählt der Bundesrat Verzögerungen wegen beschaffungsrechtlicher Probleme, eine anfänglich fehlende Gesamtplanung sowie eine fehlende fachliche Führung. Es gab zudem mehrmals Methodik- und Softwarewechsel.

Wegen der Verstösse gegen das Beschaffungsrecht musste der Direktor der Eidgenössischen Steuerverwaltung, Urs Ursprung, im Sommer den Hut nehmen. Mitte September zog Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf die Notbremse und veranlasste den Abbruch von«Insieme».

(rcv/muv/sda)

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