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SNB: «Striktere Bestimmungen, verschärfte Kontrolle»

Bankratspräsident Hansueli Raggenbass. (Bild: Keystone)

Die Schweizerische Nationalbank hat an einer Pressekonferenz die Ergebnisse der Untersuchung zu den Devisengeschäften aller Mitglieder des Direktoriums präsentiert. Lesen Sie das Wichtigste in unserem

Veröffentlicht am 07.03.2012

Der Bankrat hat sämtliche Devisengeschäfte einer Analyse unterzogen. Das betrifft die drei Mitglieder des Direktoriums und ihre Stellvertreter. Beauftragt wurde damit die KPMG. Der Bankrat hat sechs Einzelberichte und einen Gesamtbericht erhalten. Man habe sich «intensiv mit den Berichten befasst», so Raggenbass. 

16:28 Uhr: Was hat die Überprüfung durch die KPMG gekostet? Man habe über 1000 Stunden aufgewendet, meinte KPMG-Partner Daniel Senn. Es belaufe sich auf einen mittleren sechsstelligen Betrag. Raggenbas meint, dieses Geld hätter er sich gerne gespart.

Warum zahlte Hildebrand seinen Anwalt Nobel privat aber den PR-Berater erhielt sein Geld von der SNB? Das sei einfach, meinte Raggenbass: Der PR-Berater war von der SNB beauftragt, damit die Nationalbank nicht beschädigt werde, darum musste ihn Hildebrand auch nicht privat entlöhnen. Das sei selbstverständlich gewesen, meinte Raggenbass.

16:25 Zur Vorausveröffentlichung der Informationen in den Medien: Hat sie eine Wirkung auf die Wahl des Präsidenten gehabt? Die Beurteilungen der KPMG seien nicht zitiert worden, meinte Raggenbass. Ja, aber eine Person sei «über jeden Zweifel erhaben», andere nicht, darauf der Journalist. Damit spielt der Medienmann auf Thomas Jordan an, dessen Chancen auf das Präsidium des Direktoriums nun deutlich steigen. Man sei schon verärgert über die Indiskretion, entgegnete Raggenbass. Aber wirklich etwas dazu sagen will er nicht. Man wolle sich einfach möglichst schnell wieder darauf konzentrieren, wieder ordentlich zu arbeiten. Die Hauptsache sei, dass man «nicht mehr beeinträchtigt durch Nebengefechte» sei. 

16:22 Uhr: Frage: Hildebrand war in einen Hedge-Fonds investiert. Kann das Daniel Senn von KPMG nicht nur reglementorisch sondern auch ethisch bewerten? Nein, meinte er. In seiner Firma gebe es keine Bestimmungen für diese Art Bewertung.

16:20 Uhr: Auf die Frage, ob man sich wünschen würde, dass der Präsident schon vor dem dritten Direktoriumsmitglied bestimmt ist, antwortet Raggenbass: «Rein theoretisch» wäre es natürlich gut, wenn der Präsident vor dem dritten Mitglied bestimmt werde. Doch das sei nicht Sache des Bankrates.

16:09 Uhr: In den nächsten Wochen wolle man dem Bundesrat seinen Vorschlag für die Wahl eines neuen Direktoriumsmitglieds unterbreiten, so Raggenbass. Bis zur Generalversammlung hofft man, dass das dritte Mitglied durch den Bundesrat gewählt werden kann. Und Raggenbass ist überzeugt, «dass uns dieser Zeitplan gelingen wird.»

16:03 Uhr: Nun ist die Fragerunde für die Presse eröffnet. Eine Frage an Raggenbass: Sei es möglich, dass die Nachfolgeregelung im Direktorium vom KPMG-Bericht in irgendeiner Weise beeinflusst wird? «Der Bankrat hat diesbezüglich nichts zu sagen». Raggenbass und Co. sind überzeugt, dass der KPMG-bericht Einfluss auf die Wahl hat, aber das sei ausschliesslich Sache des Bundesrates. Er hoffe darauf, dass das Direktorium seine Aufgaben so bald wie möglich wieder in voller Besetzung wahrnehmen kann.

15:53 Uhr: «Der Bankrat hat die Ergebnisse zur Kenntnis genommen und sich im Detail damit auseinandergesetzt.», so nun wieder Raggenbass. Er wiederholt: Thomas Jordan, Thomas Moser und Dewet Moser hätten keinerlei Transaktionen vorgenommen, die näher analysiert werden mussten. Aber auch Jean-Pierre Danthine und Thomas Wiedmer sei «Keinerlei, keinerlei Verhalten vorzuwerfen», das einen Vertrauensentzug rechtfertigt. Man will ihnen weiter das volle Vertrauen schenken. «Der Bankrat ist allerdings unter dem Eindruck der Ereignisse der vergangenen Wochen zur Überzeugung gelangt, dass die Bestimmungen strikter und die Kontrolle verschärft werden müssen.» Er habe deshalb bereits am 7. Januar 2012 eine grundlegende Überprüfung des Reglements über die Eigengeschäfte mit Finanzinstrumenten der Mitglieder des Erweiterten Direktoriums in Auftrag gegeben. 

15:49 Uhr: in dem Bericht steht wörtlich: «Der Bankrat ist zum Schluss gelangt, dass Jean-Pierre Danthine wie auch Thomas Wiedmer keinerlei Verhalten vorzuwerfen ist, das nicht zu verantworten wäre, und dass keine Ausnützung vertraulicher oder privilegierter Informationen vorlag. Der Bankrat spricht Jean-Pierre Danthine und Thomas Wiedmer, wie auch den anderen Mitgliedern des Erweiterten Direktoriums weiterhin sein volles Vertrauen aus.» 

15:45 Uhr: Man habe «keine Hinweise» gefunden,  dass die Direktoriumsmitglieder in den untersuchten Jahren die reglemente verletzt haben oder «oder vertrauliche Informationen zum persönlichen Vorteil ausgenützt worden wären.»

15:41 Uhr: Laut dem KPMG-Bericht hat keines der Bankratsmitglieder Richtlinien verletzt. Untersucht hat man insgesamt sechs Transaktionen von Philipp Hildebrand, Jean-Pierre Danthine und Thomas Wiedmer. «Die Herren Thomas Jordan, Thomas Moser und Dewet Moser haben keinerlei Transaktionen vorgenommen, die näher analysiert werden mussten», steht in dem Bericht.

15:36 Uhr: Daniel Senn von der KPMG stellt die Resultate vor: Man bestätige, dass alle Mitarbeiter mitgewirkt und geforderten Dokumente zu Verfügung gestellt haben.

15:33 Uhr: Nun stellt die SNB auch die entsprechenden Dokumente online. Einsehen kann man sie auf der Homepage der Nationalbank.

(laf/chb)

KPMG-Bericht

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