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Spionageaffäre
Snowdens Auslieferung wäre «Gesichtsverlust»

Edward Snowden: Eine Auslieferung kommt für die meisten Bewohner Hongkongs nicht in Frage. (Bild: Keystone)

Staatsnahe chinesische Zeitungen trommeln gegen eine Auslieferung Edward Snowdens. Man würde die Erwartungen der ganzen Welt enttäuschen und es wäre ein Gesichtsverlust, meinen die Redaktoren.

Veröffentlicht am 17.06.2013

Die Auslieferung des ehemaligen US-Geheimdienstlers Edward Snowden aus China würde nach Ansicht einer staatsnahen chinesischen Zeitung für Peking einen «Gesichtsverlust» bedeuten. Die Überstellung des in Hongkong untergetauchten Snowden an die USA wäre nicht nur ein Vertrauensbruch, sie würde auch «Erwartungen in der ganzen Welt» enttäuschen.

Hongkongs Image wäre «für immer befleckt», hiess es im Leitartikel der «Global Times». Anders als ein «gewöhnlicher Krimineller» habe Snowden «niemanden verletzt». Sein «Verbrechen» bestehe darin, Verletzungen der Bürgerrechte durch die USA aufgedeckt zu haben.

Der Computerexperte Snowden hatte zwei Zeitungen Dokumente zu dem geheimen Überwachungsprogramm Prism übermittelt, mit dem sich der US-Geheimdienst NSA Zugang zu Daten grosser Internetkonzerne verschafft und das Kommunikationsverhalten von Netznutzern weltweit auswerten kann. Die betroffenen Unternehmen bestreiten aber, dass der Geheimdienst direkten Zugriff auf ihre Server hat.

Gegen Auslieferung demonstriert

Snowden setzte sich nach den Enthüllungen Ende Mai nach Hongkong ab. Seitdem treiben die US-Behörden die Strafverfolgung gegen ihn voran.

In der chinesischen Sonderverwaltungszone demonstrierten am Samstag hunderte Menschen gegen eine Auslieferung des 29-Jährigen an die USA oder ein anderes Land. In einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage sprachen sich 49,9 Prozent der Einwohner Hongkongs gegen eine Auslieferung aus, 17,6 Prozent dafür.

Auf Journalistenfragen nach dem Computerexperten Snowden sagte die Sprecherin des Aussenministeriums, Hua Chunying, sie habe dazu «keine Informationen anzubieten». Sie erwähnte lediglich, dass China «alle Formen von Hacker- und Cyber-Attacken» ablehne.

(chb/sda)

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