Für die jugendlichen Befürworter eines EU-Beitritts der Schweiz, organisiert in der Bewegung Young European Swiss (YES), ist der bilaterale Weg «ein Auslaufmodell», wie sie auf ihrer Website repetieren. Sie fordern, dass die Schweiz «Beitrittsverhandlungen mit der EU aufnimmt».

Diese Positionen laufen der offiziellen Politik zwar zuwider, entsprechen aber durchaus der inneren Haltung der leitenden Personen in Bern. Darum werden sie vom Bund fürstlich honoriert: Nicht weniger als 35'506 Franken erhalten die «zirka 350» jungen EU-Turbos unter dem Titel «Kinder- und Jugendförderung» jährlich aus der Staatskasse. Das macht pro Kopf ganz genau 101.50 Franken.

85 Franken pro Person

Die YES führt allerdings keine eigene Rechnung; die gut 35'000 Franken füllen direkt die Kasse der erwachsenen Pro-EU-Organisation Neue Europäische Bewegung Schweiz (Nebs). Der für die Nachwuchsequipe gedachte Bundesbeitrag deckt 8,5 Prozent der Aufwendungen der Lobbygruppe.

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Gar 59'620 Franken fliessen zu den knapp 700 (gar nicht mehr blutjungen) Akademikern des Forums Aussenpolitik (foraus), das energisch die Öffnung der Schweiz in alle Richtungen propagiert. Das sind gut 85 Franken pro Person. Mit weiteren 106'100 Franken wird ein «Europäischer Jugendfonds» unterstützt.

Alle Jungparteien hängen am Staatstropf

Total richtet der Bund den diversen Jugendgruppen und -grüppchen Subventionen von stolzen 10,2 Millionen Franken aus. Verantwortlich für die Zuteilung der Mittel ist das Bundesamt für Sozialver­sicherungen (BSV) im Departement von SP-Bundesart Alain Berset. Die amtliche politische Gesinnung schlägt offensichtlich auf die Entscheide der Funktionäre durch. An diesem Staatstropf hängen zum Beispiel alle Jungparteien. Am meisten Geld erhält jedoch nicht etwa die mitgliederstärkste Gruppe, die Junge SVP, sondern die lauteste und linkste, die der jungen Sozialisten (Juso).

Wird die Mitgliederstärke der Vereine in die Rechnung einbezogen, kommt diese Polit-Formel noch deutlicher zum Vorschein: Je linker die Ausrichtung, umso höher der Beitrag. So ist ein Jungsozialist dem Bund dreimal so viel wert wie ein junger SVPler (Sehen Sie eine Übersicht der Zahlung an die Jungparteien in der Bildergalerie oben).

Planvolles Punktesystem führt zu Ungleichbehandlung

Möglich macht diese Ungleichbehandlung ein planvolles Punktesystem, das politische Kriterien wie «Gleichstellung der Geschlechter» oder «Integrationsleistung» für die Kalkulation heranzieht und diese besonders belohnt.

Weiter fällt auf, dass sich unter dem ­Titel «Jugendarbeit» auch die alten Gewerkschaften ungeniert bedienen können, und zwar insgesamt mit fast einer Viertelmillion Franken pro Jahr:

  • Gewerkschaftsbund 55'300 Franken
  • Unia 43'938 Franken
  • Travail Suisse 39'426 Franken
  • Syna 30'772 Franken
  • Transfair 24'410 Franken
  • Syndicom 19'972 Franken
  • SEV 13'832 Franken

Solaranlage auf dem Kirchendach

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So erstaunt es nicht mehr, dass auch die angeblich nichtstaatlichen Organisa­tionen (NGOs) sich aus diesem staatlichen Jugendtopf bezahlen lassen. Das grösste Bundesgeld kassiert der World Wildlife Fund (WWF):

  • WWF 150'745 Franken
  • Pro Natura 89'888 Franken
  • Naturfreunde 8'876 Franken

Neben vielen schwärmerisch-utopisch-ökologisch-interkulturellen Bewegungen gegen Klimaerwärmung, Nord-Süd-Gefälle, Armut, Abschottung oder Rassismus werden aus der nationalen Jugendkasse auch belanglose Einzelprojekte finanziert, so etwa der Bau einer Solaranlage auf dem Dach der Kirche im luzer­nischen Littau (20'000 Franken für die örtliche Jungwacht). Ein juveniles Gesuch mit einem angesagten Politdreh genügt, um in Bern einen Beitrag auszulösen.

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