1. Home
  2. Politik
  3. So viele Flüchtlinge wie im zweiten Weltkrieg

Vertrieben
So viele Flüchtlinge wie im zweiten Weltkrieg

Flüchtlinge an der syrischen Grenze: Die Zahl steigt und steigt.  Keystone

Das Mittelmeer werde zum Massengrab, wenn Europa seine Flüchtlingspolitik nicht ändert, sagt Amnesty International. Die Verantwortung werde einfach auf die Grenzstaaten abgewälzt.

Veröffentlicht am 24.09.2014

Wegen der zahlreichen Krisen in Afrika und Nahost sind derzeit weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Der grosse Teil der 51 Millionen Flüchtlinge sucht laut Amnesty International innerhalb des eigenen Landes Schutz.

Etwa 18 Millionen Menschen hätten sich aufgemacht in ein anderes Land, erklärte die Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, Selmin Caliskan, am Mittwoch in Berlin. Angesichts dieser dramatischen Entwicklung müsse Europa endlich seine «Abschottungspolitik» beenden, forderte Caliskan.

Das Mittelmeer als «Massengrab»

Europa nehme in Kauf, Menschenrechte zu verraten und «das Mittelmeer zum Massengrab zu machen», sagte sie mit Blick auf die Schleuser-Boote, die im Mittelmeer gekentert waren. Auch die Strategie, durch die Zusammenarbeit mit Transit-Ländern wie Libyen eine «Pufferzone» rund um Europa zu errichten, sei grundlegend falsch.

Der Geschäftsführer von Pro Asyl, Günter Burkhardt, erklärte, das Dublin-Verfahren, wonach jeder Asylbewerber in Europa seinen Antrag in dem Land stellen muss, das er zuerst betreten hat, sei gescheitert.

Trotzdem beharrten Deutschland und einige andere EU-Staaten darauf, die Verantwortung für die Aufnahme von Flüchtlingen auf Grenzstaaten wie Italien und Griechenland abzuwälzen. «Europa muss das Sterben an seinen Grenzen beenden», forderte Burkhardt.

(sda/ise/ama)

 

Anzeige