Die somalischen Geiselnehmer im Einkaufszentrum der kenianischen Hauptstadt Nairobi haben damit gedroht, die noch in ihrer Gewalt befindlichen Geiseln zu töten.

Der Sprecher der somalischen Al-Schabaab-Miliz, Ali Mohammed Rage, erklärte auf einer islamistischen Website: «Wir gestatten den Mudschahedin in dem Gebäude, gegen die Gefangenen vorzugehen.» In der Erklärung hiess es, die Miliz sei in Kontakt mit den Geiselnehmern.

Der Text prangerte zugleich die Einschüchterungsversuche «Israels und anderer christlicher Regierungen» gegen das Al-Schabaab-Kommando in Nairobi an. Zuvor hatten die kenianischen Sicherheitskräfte bestätigt, dass ein Angriff gegen die Islamisten im Gange sei.

Anzahl der restlichen Geiseln unklar

Am Sonntagnachmittag hatte sich auch eine israelische Spezialeinheit an Versuchen zur Befreiung der Geiseln beteiligt. Das Einkaufszentrum ist zum Teil in israelischem Besitz. Wie viele Geiseln sich noch in der Gewalt der schwer bewaffneten Milizionäre befanden, war weiterhin nicht klar.

Am Montagmorgen waren erneut Schüsse und Explosionen aus dem Inneren des Einkaufszentrums zu hören. Am späten Sonntagabend hatte die kenianische Armee mitgeteilt, die meisten Geiseln seien wieder frei, und die Sicherheitskräfte hätten den Grossteil des Komplexes unter ihre Kontrolle gebracht.

Ein Kommando der Al-Schabaab-Miliz aus Somalia hatte das bei begüterten Kenianern und Ausländern beliebte Einkaufszentrum am Samstag überfallen. Amtlichen Angaben zufolge wurden dabei mindestens 68 Menschen getötet. Die Al-Schabaab-Kämpfer bezeichneten den Angriff als Vergeltung dafür, dass kenianische Soldaten das somalische Militär im Kampf gegen die Islamisten unterstützt.

(awp/vst/aho)