Dem Umfeld der spanischen Monarchie bleibt momentan wenig erspart. Nachdem der 75-jährige  König Juan Carlos zur Sanierung des Staatsbudgets auf seine Jacht verzichten soll, heftet sich nun Staatsanwalt Fernando Andreu an die Fersen von drei entfernten Cousinen des obersten Spaniers. Die drei Frauen, María Margarita de Borbón Dos Sicilias Lubomiska, ihre Schwester Maria Inmaculada und deren Tochter Maria Ilia Garcia de Saez werden der Steuerhinterziehung sowie Geldwäscherei beschuldigt. Sie müssen nun dem Staatsanwalt Red und Antwort stehen.

Auf die Blaublüter stiess die Staatsanwaltschaft, als sie den Spuren von Baulöwe Antonio Banus Ferré nachging. Er steht seit langem im Zentrum einer gross angelegten Ermittlung wegen Verdachts auf Geldwäscherei und Steuerbetrugs. Banus Ferré gab zu, in der Schweiz über diverse Konten verfügt zu haben, die er zur Steuerflucht benutzte.

Dienstbarer chinesischer «Kunsthändler»

Die adligen Damen sollen ihre Gelder ausgerechnet über das Netzwerk von Gao Ping, einem mutmasslichen chinesischen Verbrecherboss, gewaschen haben. Ping gibt sich als Kunsthändler aus, gilt aber als Chef einer Mafiabande, welche die spanischen Behörden im November 2012 in einer landesweiten Operation aushoben.

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Pings Gruppe soll gemäss den spanischen Behörden unter anderem monatlich fünf Millionen Euro Bargeld ausser Landes transferiert und pro Jahr 300 Millionen Euro gewaschen haben. Auch er soll sich Schweizer Konten bedient haben. Mit im Spiel sind mutmasslich Mitglieder der jüdischen Gemeinde Spaniens, allen voran Malka Mamman Levy, die als «Angelpunkt einer kriminellen Organisation mit Spezialität Geldwäsche» benannt wird.

Spuren nach Israel

Gaos Umfeld soll Mamman Levys Dienste benutzt und damit Millionen von Euro via Juweliere mit Verbindungen nach Israel gewaschen haben. So besass Malka Mamman Levy mutmasslich Kontakte zu Mittelsmann Menachem Casif Fouzailoff, einem renommierten Experten im Diamanten-Distrikt Tel Avivs.