Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen haben die beiden Regierungsparteien SPD und Grüne laut amtlicher Hochrechnung trotz starker Verluste erneut eine klare Mehrheit der Sitze errungen. Die SPD kommt auf 30 und die Grünen auf 14 der insgesamt 83 Sitze im Bremer Landtag.

Das ergab die am Montagmorgen veröffentlichte Hochrechnung, die auf 100 Prozent der Stimmzettel in Bremerhaven und 89 Prozent der Stimmzettel in Bremen beruhte. Die SPD erhielt den Angaben zufolge bei der Wahl am Sonntag 32,9 Prozent der Stimmen.

CDU auf Platz 2

Zweitstärkste Kraft wurde die CDU mit 22,6 Prozent (20 Sitze), gefolgt von den Grünen mit 15,3 Prozent der Stimmen und der Partei die Linke mit 9,2 Prozent (acht Sitze). Die FDP schaffte mit 6,5 Prozent den Wiedereinzug (sechs Sitze) in die Bremische Bürgerschaft. Der AfD gelang der Einzug mit 5,5 Prozent der Stimmen (vier Sitze) zum ersten Mal, die Partei Bürger in Wut (BIW) bekommt laut Hochrechnung mit 3,3 Prozent einen Sitz.

Die SPD musste im Vergleich zur Bürgerschaftswahl von 2011 einen Stimmenrückgang um 5,7 Prozentpunkte verbuchen, die Grünen verloren sogar 7,2 Prozentpunkte. Die CDU legte nur leicht um 2,2 Prozentpunkte zu. Die Linke steigerte sich hingegen um 3,6 Prozentpunkte, die FDP sogar um 4,1 Prozentpunkte. Die rechtsextreme NPD kam nach 1,6 Prozent im Jahr 2011 nun nur noch auf 0,2 Prozent der Stimmen.

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«Bürger in Wut» mit einem Sitz

Dies ergäbe folgende Sitzverteilung: SPD 30, CDU 20, Grüne 14, Linke 8, FDP 6, AfD 4. Die rechtspopulistische Gruppierung «Bürger in Wut» (BIW) holte wieder ein Mandat. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 50 Prozent - so niedrig wie nie zuvor in einem westdeutschen Bundesland. Das vorläufige Endergebnis wird erst für Mittwoch erwartet.

SPD-Bürgermeister Jens Böhrnsen hatte nach dem Urnengang von einem "bitteren Wahlabend" gesprochen und eine kritische Fehleranalyse angekündigt. Gleichwohl habe die SPD einen klaren Regierungsauftrag erhalten, hob Böhrnsen hervor. «Erste Wahl bleibt die Fortsetzung von Rot-Grün in Bremen», bekannte er sich auch zur bisherigen Koalition.

(sda/chb)