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Zwist
Spuhler: «Wir sind doch keine Bananenrepublik»

Peter Spuhler: Der Stadler-Rail-Chef erhebt schwere Vorwürfe geen die VBZ. Keystone

Ein Bericht offenbart Ungereimtheiten bei der Vergabe eines grossen Tramauftrags durch die Verkehrsbetriebe Zürich. Stadler-Rail-Chef Peter Spuhler verlangt nun eine Neuausschreibung.

Veröffentlicht am 01.03.2015

Seit die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens am Mittwoch Ungereimtheiten im Submissionsverfahren der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) zur Beschaffung von 70 neuen Trams beanstandet hat, ist ein offener Schlagabtausch im Gang. Nun richtet Stadler-Rail-Chef Peter Spuhler heftige Vorwürfe an die VBZ.

«Wenn die im Bericht dokumentierte Faktenlage stimmt, lief das Verfahren skandalös», sagte Spuhler im Interview mit der «NZZ am Sonntag». «Wir sind doch keine Bananenrepublik.» Treffe die Darstellung zu, «ist der Tatbestand der Korruption erfüllt.»

Spuhler verlangt Neuausschreibung

Spuhler verlangt den Abbruch der Submission und eine Neuausschreibung. Das durch den Fernsehbericht teilweise publik gewordene Gutachten eines Winterthurer Büros hatte der Verkehrsrat des Zürcher Verkehrsverbunds in Auftrag gegeben, weil er gewisse Schlüsse im Vergabeverfahren der VBZ überprüfen wollte. Da der Kanton über den Verkehrsverbund die Trams mitfinanziert, wollte er sich mit dem Bericht ein Bild verschaffen.

Angeblich sollen die VBZ den Anbieter Bombardier als Lieferanten der neuen Kompositionen auserkoren haben, mit teils fragwürdigen Bewertungen des Angebots, wie der Bericht darlegte.

Bombardier verteidigt VBZ

Stéphane Wettstein, der Geschäftsführer von Bombardier Transportation Schweiz, verweist darauf, dass nur kleine, unzusammenhängende Teile der Expertise bekannt seien. Die VBZ hätten das Verfahren aus Sicht von Bombardier korrekt und professionell durchgeführt.

(moh)

 

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