Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Montag in der Hamburger St.-Michaeliskirche der Staatsakt für den vor knapp zwei Wochen verstorbenen Altbundeskanzler Helmut Schmidt begonnen. An der Trauerzeremonie nahmen rund 1800 Gäste aus dem In- und Ausland teil.

Zu den anwesenden Geladenen gehörten Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel, Präsident Joachim Gauck sowie Weggefährten Schmidts wie Frankreichs Ex-Präsident Valérie Giscard d'Estaing und Ex-US-Aussenminister Henry Kissinger. Auch die früheren Bundespräsidenten Roman Herzog, Horst Köhler und Christian Wulff erwiesen Schmidt die letzte Ehre.

Die Schweiz war gemäss Angaben des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) durch Alt Bundesrat Moritz Leuenberger und Botschafterin Christine Schraner-Burgener vertreten.

Mit Musik von Johann-Sebastian Bach und der Begrüssung durch Hauptpastor Alexander Röder begann der kirchliche Teil des Staatsakts. Schmidts Tod bringe vielen Menschen Trauer und Schmerz, sagte Röder. Der Sarg war in eine schwarz-rot-goldene Fahne gehüllt, die Kirche mit Sonnenblumen, weissen Lilien und Hortensien geschmückt.

Trauerzug durch die Stadt

An den Staatsakt schliesst sich ein Grosses Militärisches Ehrengeleit durch das Wachbataillon der Bundeswehr vor dem «Michel» an, anschliessend wird Schmidts Sarg dann in einer Trauer-Eskorte durch die Hansestadt zum Friedhof Ohlsdorf gefahren, wo die Feierlichkeiten in privatem Kreis enden werden.

Mit der Eskorte sollen die Bürger Gelegenheit erhalten, von dem beliebten Politiker Abschied zu nehmen. Der Sozialdemokrat und Publizist war am 10. November im Alter von 96 Jahren in seiner Heimatstadt Hamburg gestorben.

Nachfolger von Willy Brandt

Schmidt war von 1974 und bis 1982 als Nachfolger von Willy Brandt Bundeskanzler. Dabei war er unter anderem mit der Ölkrise in den 70er Jahren und dem Kampf gegen den Terrorismus der Roten Armee-Fraktion konfrontiert. Auch die Auseinandersetzung um den Nato-Doppelbeschluss prägte Schmidts Kanzlerschaft.

(sda/dbe/hon)