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Staatsanwaltschaft in Paris ermittelt wegen Libor-Skandals

Ermittlungen im Libor-Skandal nun auch in Frankreich. (Bild: Keystone)

Im Skandal um Manipulationen des Libor-Zinssatzes für den Interbanken-Handel hat nun auch die Staatsanwaltschaft in Paris Vorermittlungen eingeleitet.

Veröffentlicht am 29.10.2012

Eine Aktionärin der Grossbank Société Générale hatte Ende Juli Anzeige gegen Unbekannt erstattet, wie am Montag aus Justizkreisen verlautete. Der Anwalt der Frau hatte zuvor die Ansicht geäussert, dass Händler der Bank in den Skandal verwickelt seien und dass es Auswirkungen auf den Aktienkurs der Société Générale gegeben habe.

Ermittlungsbehörden in Europa und den USA gehen dem Verdacht nach, dass Banker unerlaubt die Zinssätze, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen, abgesprochen und beeinflusst haben.

Der Libor-Skandal war Ende Juni bekannt geworden, als die britische Barclays-Bank bekanntgab, wegen der Affäre eine Rekordstrafe rund 440 Millionen Franken zu zahlen. Weltweit stehen mehr als ein Dutzend Grossbanken unter Verdacht, den Libor in den vergangenen Jahren manipuliert zu haben, darunter auch die UBS, die CS und die deutsche Bank.

Erster Schadenersatz-Prozess gegen Barclays

Auf Barclays kommt nach der Rekordstrafe der erste Schadenersatz-Prozess zu. Ein britisches Gericht entschied am Montag, dass die Forderungen des Pflegeheim-Betreibers Guardian Care Homes gegen Barclays vor Gericht verhandelt werden müssen.

Das Verfahren könnte auch massgebliche Konsequenzen für andere Banken haben, die in den Libor-Fall verwickelt sind. Bislang hat lediglich Barclays ein Fehlverhalten von Händlern eingeräumt.

Mit falschen Angaben bei der Festsetzung des Referenz-Zinsatzes Libor, auf dem Finanztransaktionen im Volumen von geschätzt 500 Billionen Euro beruhen, haben Händler wahre Refinanzierungskosten verschleiert und Gewinne eingestrichen.

Die weltweiten Ermittlungen konzentrieren sich derzeit schwerpunktmässig auf das Jahr 2008, in dem sich die Finanzkrise zuspitzte. Damals trugen 16 Grossbanken zur Festsetzung des Libor bei.

(tke/sda)

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