In Griechenland hat die linke Oppositionspartei Syriza in der Wählergunst zufolge zwar weiter die Nase vorn. Ihr Vorsprung vor der konservativen Regierungspartei Nea Dimokratia ist aber laut zwei am Samstag veröffentlichten Umfragen geschrumpft.

Syriza würde nach einer Umfrage von Rass für die Zeitung «Eleftheros Typos» auf 27,1 Prozent der Stimmen kommen, Nea Dimokratia von Ministerpräsident Antonis Samaras nur auf 23,7 Prozent. Der Abstand hat sich damit gegenüber einer Umfrage im November auf 3,4 Prozentpunkte von 5,3 Prozentpunkten verkleinert.

Bei einer Umfrage der Universität Makedonien für die Zeitung «Kathimerini» reduzierte sich der Vorsprung auf 6,5 Prozentpunkte von 7,5 Prozentpunkten. Die Befragungen fanden vom 17. bis zum 18. Dezember statt.

Neuwahlen drohen

Die griechische Regierung muss ihren Kandidaten für das Präsidentenamt, Stavros Dimas, noch diesen Monat im Parlament durchbringen. Im ersten Wahlgang fiel er durch. Falls Dimas auch im zweiten und dritten nicht durchkommt, muss laut Verfassung ein neues Parlament gewählt werden.

Syriza-Chef Alexis Tsipras hatte sich vor kurzem zum Verbleib des Landes in der Euro-Zone bekannt. Syriza lehnt aber die Rettungspolitik von EU und IWF ab. Griechenland ist seit 2010 mit zwei Rettungsprogrammen von insgesamt 240 Milliarden Euro im Kampf gegen die Schuldenkrise über Wasser gehalten worden. Das Land will im kommenden Jahr an die Finanzmärkte zurückkehren.

Sieg der Linken birgt Gefahr für Schweiz

Europa hat Angst, dass Syriza als deutliche Siegerin aus der Parlamentswahl käme. Anfang Mai 2012 scheiterte schon einmal eine Wahl in Griechenland. Aus Verbitterung über die heftige Sparpolitik und das zunehmende Elend wandten sich viele Wähler von den beiden Volksparteien Pasok und Nea Dimokratia ab. Erst die zweite Wahl Mitte Juni 2012 brachte stabile Mehrheitsverhältnisse. Aber die linksradikale Syriza erhielt über ein Viertel aller Stimmen.

Die Euro-Zone erlebte in dieser Zeit ihre wohl schlimmsten Wochen, viele Beobachter rechneten mit einem baldigen Zusammenbruch des Währungsraums respektive einem Austritt Griechenlands. Und auch für die Schweiz hatte das heftige Auswirkungen.

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(sda/ise)