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Finanzloch
Stadt Zürich: Defizit trotz Rekordsteuern

Zürich: Die Stadt schafft den Sprung in die schwarzen Zahlen nicht. Keystone

Knapp 60 Millionen fehlen der Stadt Zürich, um schwarze Zahlen zu schreiben – trotz Allzeithoch bei den Steuereinnahmen. Vor allem Firmen zahlten weit mehr in die Stadtkasse ein, als erwartet wurde.

Veröffentlicht am 03.03.2015

Die Stadtzürcher Rechnung 2014 schliesst mit einem Defizit von 57 Millionen Franken. Budgetiert war ein Minus von 173 Millionen Franken. Zur Verbesserung beigetragen haben Sparmassnahmen und ein ausserordentlicher Mehrertrag. Die Steuereinnahmen waren so hoch wie noch nie.

Es sei zwar leider keine schwarze Null wie im letzten Jahr, aber die Rechnung sei doch viel besser als erwartet, sagte Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) am Dienstag vor den Medien. Alle Departemente haben besser abgeschnitten als budgetiert.

100 Millionen über Budget

Der Aufwand in der laufenden Rechnung betrug 8,541 Milliarden Franken, der Ertrag lag bei 8,485 Milliarden Franken. Inklusive Zusatzkredite von 41 Millionen Franken lag der Aufwand um 98 Millionen Franken über dem Budget. Und dies obwohl beim Sachaufwand 113 Millionen Franken gegenüber dem Budget eingespart wurden und der Personalaufwand um 20 Millionen Franken unter dem Budget geblieben ist.

Hauptgrund für die Mehrausgaben waren höhere Einlagen in die Spezialfinanzierungen (300 Millionen Franken). Diese wurden durch bessere Ergebnisse der Gemeindebetriebe möglich.

«Steuereinnahmen erreichen Allzeithoch»

Der Ertrag liegt 255 Millionen Franken über dem Budget. Dies ist zu einem wesentlichen Teil auf die einmalige Auflösung einer Rückstellung des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (ewz) zurückzuführen. Ebenfalls positiv zu Buche geschlagen hat die Teilauflösung der Schwankungsreserven für die Aktien der Flughafen Zürich AG.

Mit 2,525 Milliarden Franken erreichten die Steuereinnahmen ein «Allzeithoch», wie Leupi sagte. Das sind 9 Millionen Franken mehr als budgetiert und 35 Millionen Franken mehr als im Vorjahr.

Weniger Geld von Privatpersonen

Der Ertrag bei den natürlichen Personen (1,392 Milliarden Franken) lag um 75 Millionen Franken unter den Erwartungen. Die juristischen Personen lieferten 728 Millionen Franken Steuern ab. Das sind 52 Millionen Franken mehr als budgetiert.

Bei den Grundstücksgewinnsteuern hat die Stadt 198 Millionen Franken und damit 9 Millionen Franken mehr eingenommen als erwartet. Auch bei anderen Steuerarten gab es höhere Einnahmen.

Eigenkapital schmilzt langsamer als befürchtet

Die Investitionsrechnung weist Nettoinvestitionen von 736 Millionen Franken aus. Budgetiert waren 943 Millionen Franken. 109 Millionen Franken mussten fremdfinanziert werden.

Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 85 Prozent. Das sind 11 Prozent mehr als im Vorjahr. Erfreulich sei, dass das Eigenkapital nicht so rapide schmelze wie einst befürchtet, sagte Leupi. Ende 2014 lag es noch bei 667 Millionen Franken (-56,8 Millionen).

Weiter Handlungsbedarf – Ziele aber erreichbar

Obwohl das Ergebnis besser ausgefallen ist als erwartet, sieht der Stadtrat in Bezug auf die städtischen Finanzen weiter Handlungsbedarf. Die Perspektive sei besser aber noch nicht gut, sagte Leupi. Auch in den kommenden Jahren weist die Aufgaben- und Finanzplanung grosse Fehlbeträge auf.

Ziel ist, dass die Stadt auch in den nächsten Jahren über ein angemessenes Eigenkapital verfügt und ein Bilanzfehlbetrag vermieden wird. Bis 2017 soll eine ausgeglichene Rechnung erreicht werden. Leupi zeigte sich zuversichtlich: «Die Ziele sind erreichbar».

(sda/ise/ama)

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