Sie haben es an dieser Stelle bereits gelesen: Beat Balzli, während drei Jahren Chefredaktor der «Handelszeitung», wurde vom Mutterhaus Axel Springer nach Berlin berufen, wo er die Redaktionsleitung der «Welt am Sonntag» übernimmt. Eine ehrenvolle Ernennung, zu der wir gerne gratulieren - verbunden mit einem grossen Dankeschön für seine in der Schweiz geleistete Arbeit.

Mit dieser Ausgabe darf ich die Redaktionsleitung der «Handelszeitung» übernehmen. Seit über 20 Jahren bin ich als Wirtschaftsjournalist in verschiedenen Funktionen tätig, schrieb früher für das Wochenblatt «Weltwoche», fürs Nachrichtenmagazin «Facts» und für das Wirtschaftsmagazin «Bilanz», das ebenfalls zum Medienhaus Axel Springer gehört.

Es ist eine Ehre, mich nun für die «Handelszeitung» zu engagieren, und es würde mich freuen, wenn Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, mit Ihren Anregungen direkt an mich wenden. Meine Adresse: stefan.barmettler@handelszeitung.ch.

Torhüter Yann Sommer soll auf den halben Lohn verzichten

Es sind aufregende Zeiten. Das Erfolgsmodell Schweiz – eine liberale Wirtschaftsordnung mit sozialer Abfederung – steht unter Druck wie nie: Von aussen (US-Steuerstreit, EU, Deutschland), aber noch mehr von innen. In den nächsten zwei Jahren stehen nicht weniger als zehn Polit-Vorstösse auf dem Abstimmungskalender, die mitten in die gut geölte Mechanik der Schweizer Volkswirtschaft zielen. Ihre Annahme würde das Erfolgsmodell ins Stottern bringen und nachhaltig schädigen.

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Zuvorderst steht die 1:12-Initiative, die faktisch eine Lohnobergrenze von 550'000 Franken dekretiert. Die Initiative der Jungsozialisten ist ein Zeuseln mit dem Feuer. Und obendrein absurd, wie ein Beispiel aus der Sportarena zeigt.

Höchstbezahlter Spieler der FC Basel Holding AG ist Torhüter Yann Sommer mit rund 1 Million Franken brutto im Jahr. Ob er künftig das Tor des FC Basel auch zum halben Salär hütet? Auf Siegprämien verzichtet? Oder doch lieber bei einem Club im Ausland anheuert?

Angriff auf die Unabhängigkeit der Nationalbank

Nicht minder gefährlich ist der von Bern befohlene Atomausstieg, der auf billigem Populismus und wackligen Modellrechnungen basiert. Weiter gehts im Stakkato: Mindestlohn-Initiative, die auf nationaler Ebene die Vertragsfreiheit aushebelt und letztlich zu mehr Arbeitslosigkeit führt; Krankenkassen-Initiative, die unter einem harmlosen Titel («für eine öffentliche Krankenkasse») zu noch mehr Fehlanreizen im Gesundheitswesen führt, dann Ecopop- und die Masseneinwanderungs-Initiativen, welche die Einwanderung kontingentieren wollen.

Schliesslich die Erbschaftssteuer, die einen konfiskatorischen 20-Prozent-Schnitt postuliert sowie die Gold-Initiative, mit der die SVP «das Schweizer Gold retten will», damit aber grob in die Anlagepolitik der Notenbank eingreift – und so die bewährte Autonomie der Schweizer Nationalbank ausser Kraft setzt.

Wir von der «Handelszeitung» – als «Die Schweizer Wochenzeitung für Wirtschaft» seit Jahrzehnten der Eigenverantwortung und der Marktwirtschaft verpflichtet – werden den Ball aufnehmen und die Angriffswelle aus der Politik kritisch hinterfragen und auf die schädlichen Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz hinweisen.