«Die Geste verbietet sich als Kanzlerkandidat», kritisierte FDP-Chef Philipp Rösler in Mainz, nachdem bekannt worden war, dass das Titelfoto des «Süddeutschen Zeitung Magazins» (Freitagausgabe) Steinbrück mit erhobenem Mittelfinger zeigt,

Der hessische FDP-Politiker Jörg-Uwe Hahn twitterte: «Ein Stinkefinger ist nicht lustig. Ein Bundeskanzlerkandidat sollte Vorbild sein»

Steinbrücks Sprecher Rolf Kleine sagte dagegen zu «Spiegel Online»: «Ich sehe in dem Foto keine Schwierigkeit. Warum sollte ich eine Schwierigkeit sehen» In dem Steinbrück-Twitter-Account heisst es ohne direkten Bezug auf das Foto: «Klartext braucht nicht immer Worte - zum Beispiel, wenn man ständig auf olle Kamellen statt auf wirklich wichtige Fragen angesprochen wird.»

Das Foto ist Teil der im SZ-Magazin erscheinenden Rubrik des Interviews ohne Worte. Steinbrück sollte mit einer Geste auf die Frage antworten: «Pannen-Peer, Problem-Peer, Peerlusconi - um nette Spitznamen müssen Sie sich keine Sorgen machen, oder» Steinbrück zeigte daraufhin die deutliche Geste.

Der Chefredaktor des «SZ Magazins», Michael Ebert, betonte, dass der SPD-Kanzlerkandidat die Verwendung des Fotos autorisiert hatte. «Peer Steinbrück hat das Motiv wie jedes andere, das im Magazin abgedruckt ist, freigegeben», sagte Ebert zu Reuters. Im Internet tobt eine heftige Debatte über das Foto.

Anzeige

In einem Blog der «Süddeutschen Zeitung» heisst es, dass Steinbrücks Sprecher ursprünglich gegen eine Veröffentlichung des Fotos gewesen sei, Steinbruck den Abdruck aber erlaubt habe.

Kopf-an-Kopf-Rennen vor der Wahl in Deutschland

Eineinhalb Wochen vor der Bundestagswahl in Deutschland gibt es laut einer ARD-Umfrage ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Schwarz-Gelb und dem Oppositionslager aus SPD, Grünen und Linken. CDU/CSU und FDP erreichen demnach zusammen 45 Prozent. SPD, Grüne und Linke kommen auf 46 Prozent.

Die Vorwahlumfrage des ARD-«Deutschlandtrends» wurde am Donnerstag veröffentlicht. Den Demoskopen zufolge verliert die CDU/CSU gegenüber der Vorwoche einen Punkt auf 40 Prozent.

Die FDP erreicht demnach unverändert 5 Prozent und muss um den Einzug in den Bundestag bangen. Die SPD gewinnt einen Punkt hinzu auf 28 Prozent. Die Grünen bleiben unverändert bei 10 Prozent, die Linken bei 8 Prozent. Piraten und die Alternative für Deutschland (AfD) würden laut dieser Umfrage mit 2,5 Prozent den Einzug in den Bundestag nicht schaffen.

Wenn die Deutschen die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler direkt wählen könnten, würden sich 49 Prozent für Angela Merkel (CDU) entscheiden (minus 5 im Vergleich zur Vorwoche), 32 Prozent würden SPD-Kandidat Peer Steinbrück wählen (minus 2). 47 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass eine grosse Koalition aus Union und SPD «gut für Deutschland» wäre (plus 3 gegenüber Anfang August).

41 Prozent finden, eine rot-grüne Koalition aus SPD und Grünen wäre «gut für Deutschland» (gleich geblieben). Nach Meinung von 38 Prozent wäre eine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition aus Union und FDP «gut für Deutschland» (minus 8).

Dies ist die letzte bundesweite Umfrage, die die ARD vor der Bundestagswahl am 22. September veröffentlicht.

(sda/tke)