In einem Hintergrundgespräch mit italienischen Journalisten hat der Schweizer Unterhändler, Botschafter Oscar Knapp, kürzlich gesagt, dass die Verhandlungen über ein neues Steuerabkommen bis zum 21. Dezember abgeschlossen werden sollen. Diese Information ist in den letzten Tagen in Italien an die Öffentlichkeit durchgesickert.

In Bern will Mario Tuor, Sprecher des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen, diese Berichte nicht kommentieren. Er lässt sich allerdings in der «NZZ am Sonntag» zitieren: «Die Verhandlungen laufen intensiv und kommen gut voran.» Schon kommende Woche treffen sich in Bern die Unterhändler erneut. Das hohe Tempo hängt damit zusammen, dass die Regierung Monti noch vor den Wahlen im Frühjahr 2013 das Abkommen vom Parlament absegnen lassen möchte. Sie hat angeblich in den Budgets für die kommenden drei Jahre bereits Erträge von 17 Milliarden eingesetzt.

Laut italienischen Schätzungen liegen rund 150 Milliarden Euro Schwarzgeld auf Schweizer Banken. Entsprechend hoch sind die Erträge, über die in den Medien spekuliert wird. Die Zeitung «Il Sole 24 Ore» schreibt, es könnten auf einen Schlag 30 Milliarden Euro in die leere Staatskasse fliessen – eine Summe, die allerdings unrealistisch erscheint. In Deutschland steht derweil das Steuerabkommen auf der Kippe, doch die Bundesregierung gibt sich noch nicht geschlagen. Der Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte der «NZZ am Sonntag»: «Wolfgang Schäuble ist der Auffassung, dass der Vermittlungsausschuss angerufen werden soll.»

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