Als Österreichs Finanzministerin Maria Fekter 2013 endlich das ersehnte Steuerabkommen zur «Regularisierung unversteuerter Vermögen» unter Dach und Fach brachte, war ihre Erwarung klar: Mindestens eine Milliarde Euro soll von Bern nach Wien wandern und damit für ein ausgeglichenes Budget sorgen, sagte sie der Presse.

Nun wird klar: Die Milliardengrenze wird deutlich verfehlt. Zum letzten Stichtag im Juni wurden nur 735 Millionen Euro nach Österreich überwiesen, zeigen Zahlen des Finanzdepartements.

Nur ein Drittel des Erwarteten

Auch in Grossbritannien machen die Steuerbeamten zunehmend lange Gesichter. Rechneten die Briten bei Unterzeichnung des Steuerabkommens mit der Schweiz von Mehreinnahmen bis 8,4 Milliarden Dollar, wurden bisher erst 1,7 Milliarden Dollar auf die Insel überwiesen. Nun ist die Rede davon, dass gar nur ein Drittel des Erhofften nach London fliesst. Etwas gar mager, wenn man bedenkt, dass die britische Regierung 2012 schätzte, dass in Schweizer Banken gegen 70 Milliarden Dollar lagern, die Briten nicht versteuern.

Nun wird die Kritik auf der Insel wieder heftiger: Man habe Steuerbetrügern mit einer übermässig langen Frist von 16 Monaten viel zu viel Zeit gegeben, ihre Gelder aus der Schweiz in Steueroasen abzuziehen, meinen unzufriedene Politiker.

Auch Deutschlands Regierung drängte ursprünglich zu einem Steuerabkommen mit der Schweiz, das Schwarzgeld-Rückzahlungen nach Berlin legalisieren sollten. Die mehrheitlich linksregierten Bundesländer sträubten sich aber gegen diese Pläne.

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