Arbeitsmarkt, Kampf gegen Nachahmerprodukte, Solarpanels und das Vorantreiben der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Dies alles stand auf der Agenda bei den Gesprächen zwischen Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann und seinem italienischen Amtskollegen Corrado Passera in Rom.

Auch das Thema eines möglichen Steuerabkommens zwischen den beiden Nachbarländern wurde angeschnitten. Beide Minister hätten dabei ihren Willen bekräftigt, das Dossier zu einem schnellen Abschluss zu bringen, erklärte Departementssprecherin Evelyn Kobelt. Insbesondere für eine Quellensteuer auf Vermögenserträge habe sich Italien sehr interessiert. Ausserdem soll das bestehende Doppelbesteuerungsabkommen überarbeitet werden.

Gegen Fälscher vorgehen 

Um das Problem der Warenfälschungen anzugehen, planen die beiden Länder eine engere Zusammenarbeit. Dabei geht es laut Kobelt vor allem darum, Imitatoren von italienischen Handtaschen und Schweizer Uhren das Handwerk zu legen. 

Schneider-Ammann machte gegenüber Passera ausserdem deutlich, dass die Schweiz von der schwarzen Liste zwiespältiger Finanzunternehmen und -personen gestrichen werden wolle, die Rom seit 20 Jahren in der Schublade lagert. Der italienische Wirtschaftsminister entgegnete darauf, dass auch er dieses Ziel teile. Gute Nachrichten gab es auch für die helvetische Photovoltaikindustrie. Hier sei nämlich eine Lösung gefunden worden bezüglich der Schutzmassnahmen gegen Schweizer Solarfirmen. Diese hätten bis anhin vor einem Markteintritt im südlichen Nachbarland zurückgeschreckt. 

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Besuch auch in Mailand

Schneider-Ammann nutze in Rom überdies die Gelegenheit, um dem Schweizer Business Hub in der italienischen Hauptstadt einen Besuch abzustatten. Der von der Exportförderin Osec betriebene Hub hat nämlich soeben sein neues Quartier im Schweizer Generalkonsulat bezogen und wird seit neuestem von Philippe Praz geführt.

Nach Rom wird Bundesrat Schneider-Amman auch der nördlichen Wirtschaftsmetropole Mailand einen Besuch abstatten. Dort soll er sich mit ein paar Dutzend Chefs von Schweizer Firmen treffen, die sich bereits erfolgreich im Stiefelstaat etabliert haben.

(muv/sda)