Im Fall der gestohlenen Credit-Suisse-Daten geht die Bundesanwaltschaft nicht nur gegen drei deutsche Steuerfahnder vor, sondern auch gegen einen deutschen Notar aus, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

Der Mann hatte im Februar 2010 vom Finanzministerium Nordrhein-Westfalen 2,5 Millionen Euro entgegengenommen und das Geld auf Konten in Tschechien, Österreich und Deutschland verschoben. Die 2,5 Millionen waren für einen österreichischen Vermittler und den Schweizer Credit-Suisse-Mitarbeiter bestimmt, der die Daten gestohlen hatte.

Die Bundesanwaltschaft (BA) wertet das Vorgehen des deutschen Notars jetzt als Geldwäscherei und Urkundenfälschung, wie es in einem Rechtshilfeersuchen heisst, das die BA am 20. März 2012 an die Generalstaatsanwaltschaft Nordrhein-Westfalen gestellt hat und das der «NZZ am Sonntag» vorliegt. Weil der Mittelsmann das mutmassliche Delikt nicht in der Schweiz begangen hat, kann die Bundesanwaltschaft aber nicht selbst gegen ihn ermitteln. Sie hat gegen den Notar deshalb Strafanzeige in Deutschland erstattet.

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Im Rechtshilfeersuchen verlangt die Bundesanwaltschaft im Weiteren die Einvernahme der drei deutschen Steuerfahnder, welche die gestohlenen Credit-Suisse-Daten gekauft hatten. Die Fahnder geben sich aber unbeeindruckt. Einer von ihnen verhandelt bereits wieder über den Kauf gestohlener Bankdaten. Es handelt sich angeblich um Daten der Zürcher Filiale der Bank Coutts.

(rcv)